Boehringer Besetzung http://boehringerbesetzung.blogsport.de Fri, 25 Jan 2013 16:33:24 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Isabell wieder in Freiheit http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/25/isabell-wieder-in-freiheit/ http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/25/isabell-wieder-in-freiheit/#comments Fri, 25 Jan 2013 16:33:24 +0000 Administrator Blog http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/25/isabell-wieder-in-freiheit/ Isabell wurde am Dienstag nach 19 Tagen aus der JVA Hildesheim entlassen.
Ein ausführlicher bericht über ihre Haftzeit wird in Kürze hier erscheinen

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Neues von Isabell (Mo) aus dem Knast http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/15/neues-von-isabell-mo-aus-dem-knast/ http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/15/neues-von-isabell-mo-aus-dem-knast/#comments Tue, 15 Jan 2013 19:40:30 +0000 Administrator Blog http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/15/neues-von-isabell-mo-aus-dem-knast/ Hallo an alle,
die erste Hälfte meiner Haftzeit ist vorbei und in 10 Tagen werde ich wieder in die Freiheit entlassen. Nachdem die ersten Tage noch sehr ungewohnt und fremd waren, habe ich mich inzwischen an den Alltag hier im Knast , so gut es geht, gewöhnt.
Der Tagesablauf ist immer gleich.
Unter der Woche werden um 6 Uhr morgens die Türen aufgeschlossen und die Schließer_innen kontrollieren, ob alle noch am Leben sind.
Bis 7 Uhr sind dann die Türen offen und es gibt die Möglichkeit zu duschen, die Wasserflasche aufzufüllen und die Zeitung zu lesen.
Um 7 Uhr werden alle, die nicht arbeiten wieder eingeschlossen.
Ich muss hier drinnen nicht arbeiten , weil ich nur eine kurze Haftstrafe absitze.
Um 11.30 Uhr werden die Türen wieder aufgeschlossen , weil es um diese Zeit Mittagessen gibt.
Das Mittagessen wird immer durch eine Gefangene ausgegeben. Gleichzeitig wird auch das Frühstück und das Abendessen mit ausgeteilt.
Ich bekomme veganes Essen. Hatte auch keine Probleme das durchzusetzen.
Wir haben dann eine Stunde zeit zu essen und werden dann wieder in unsere Zellen eingeschlossen, bis um 14.30 Uhr der Nachmittagsaufschluss ist.
Am Nachmittag sind die Zellen für 4 ½ Stunden geöffnet und es gibt an einigen Tagen ein Beschäftigungsangebot. Unter anderem eine Bastelrunde, eine Gesprächsrunde und eine Bibelstunde. Außerdem ist jeden Nachmittag um 16Uhr eine Stunde Hofgang. Wer nicht mit rausgeht wird für diese Zeit in die Zelle eingeschlossen.
Meistens gehe ich mit auf den Hof, weil ich keine Lust darauf habe noch eine weitere Stunde eingesperrt in der Zelle zu sein.
Der Hof ist gerade einmal 30 qm groß, wovon ein Teil Rasenfläche ist, die nicht betreten werden darf.
Mensch hat auf diesen Hof keine andere Möglichkeit , als hin- und herzulaufen oder doof in der Gegend herumzustehen.
Aber durch den Hofgang hat mensch auch die Möglichkeit in Kontakt mit anderen Gefangenen zu kommen, die ihre Zellen auf einem anderen Stockwerk haben.
Um 19 Uhr ist Nachteinschluss und mensch ist dann die ganze Nacht in seiner Zelle eingesperrt.
Ich habe, wie fast alle hier eine Einzelzelle. Die Zellen sind alle mit einem Bett, einem Tisch, Stuhl, einem Schrank, einem Regal und einem Fernseher. Außerdem habe ich bei meinerAnkunft einen Wasserkocher bekommen.
Meine Zelle ist auf einer Station mit 3 Mitgefangenen.
Inzwischen sind noch 3 weitere dazugekommen. Die meisten von ihnen sitzen längere Haftstrafen ab und sind schon über ein Jahr hier drin.
Mit den meisten von Ihnen verstehe ich mich ganz gut, obwohl wir fast nur den Knast und unsere Haftstrafen als Thema haben. Trotzdem bin ich froh, dass ich mit den meisten gut auskomme und nicht die ganze Zeit alleine bin.
Da ich an einem Freitagabend angekommen bin, habe ich meine Sachen erst am Montag bekommen und musste das Wochenende in Knastkleidung, einem grauen, übergroßen Jogginganzug rumlaufen.
Am Montag habe ich dann aber alle meine Sachen bis auf die Bücher , die ich mitgebracht habe , bekommen.
Mir wurde gesagt, dass ich die Bücher nicht mit reinnehmen kann, da die Gefahr besteht, dass ich die Buchdeckel präpariert habe, um so verbotene Gegenstände in den knast zu schmuggeln.
Das ist eine der absurden Vorschriften hier, um Gefangene zu schikanieren.
Eine weitere dieser regeln ist die, dass ich Postkarten nur im Beisein einer Schließerin im Büro lesen darf und nicht mit auf meine Zelle nehmen darf.
Die absurde Begründung dafür ist, dass die Karten in Drogen getaucht sein könnten.

Ich habe in den letzten 10 Tagen sehr viel Post von solidarischen Unterstützer_innen bekommen. Ich freue mich unglaublich, dass es so viele Menschen sind, die mich während meiner Knastzeit unterstützen und gedanklich bei mir sind.
Ich versuche allen Menschen, die mir schreiben zu antworten.
Von einigen habe ich jedoch keine Adresse.
Deswegen möchte ich diesen weg nutzen, allen Menschen, die mir bisher geschrieben haben und noch schreiben werden, und die mich vor, während und nach dieser Zeit unterstützen, ganz herzlich zu danken.
DANKE FÜR EURE SOLIDARITÄT UND EURE UNTERSTÜTZUNG .

Solidarität ist eine Waffe. Nutzen wir sie!
Wir sehen uns auf der Straße!
Isabell (Mo)

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Indyartikel: Berlin] ALF attackiert Pelz- und Ledergeschäft in Solidarität mit Boehringer-Aktivist*innen http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/09/indyartikel-berlin-alf-attackiert-pelz-und-ledergeschaeft-in-solidaritaet-mit-boehringer-aktivistinnen/ http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/09/indyartikel-berlin-alf-attackiert-pelz-und-ledergeschaeft-in-solidaritaet-mit-boehringer-aktivistinnen/#comments Wed, 09 Jan 2013 10:41:33 +0000 Administrator Blog http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/09/indyartikel-berlin-alf-attackiert-pelz-und-ledergeschaeft-in-solidaritaet-mit-boehringer-aktivistinnen/ Folgener Artikel ist unter: https://linksunten.indymedia.org/de/node/75484 zu finden:

Am 3. Januar attackierte die Animal Liberation Front (ALF) ein Pelz- und Ledergeschäft im Zentrum von Berlin. Die Frontseite des Ladens wurde mit Farbe und Slogans versehen. Die ALF widmet diese Aktion den Aktivist*innen, die im Jahr 2009 den Bauplatz des Tierversuchslabors der Firma Boehringer in Hannover besetzt hatten und von denen eine deswegen momentan im Knast sitzt.

Auf Bite Back erschien das folgende Beker*innenschreiben (deutsche Übersetzung):

Am 3. Januar 2013 attackierten Aktivist*innen ein „Pelz“– / „Leder“geschäft im Zentrum von Berlin. Der Laden ist verantwortlich für die Ausbeutung von zahllosen Individuen, also wurde die Frontseite mit Farbbomben versehen und die klare Botschaft hinterlassen: „Tiere haben Rechte – ALF“.
In Solidarität mit den Boehringer-Aktivist*innen, die 2009 einen Bauplatz eines Tierversuchslabors besetzten.

Bis jeder Käfig leer ist!
Animal Liberation Front

Das Originalschreiben scheint auf Englisch verfasst worden zu sein und lautet:
On 3rd january 2013 activists attacked a ‚fur‘/'leather‘ shop in the centre of Berlin. The store is responsible for the exploitation of countless individuals, so the front were covered with paint bombs, leaving a clear message ‚Tiere haben Rechte – ALF‘ (Animals have rights – ALF).
In solidarity with the ‚Boehringer‘ activists, who squatted an animal testing lab construction site back in 2009.
Until every cage is empty
Animal Liberation Front

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Post aus dem Knast http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/09/post-aus-dem-knast/ http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/09/post-aus-dem-knast/#comments Wed, 09 Jan 2013 10:29:58 +0000 Administrator Blog http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/09/post-aus-dem-knast/ Folgendes schreibt Isabell am Samstag (1. Tag) zu Post die sie in den Knast bekommt:

„Ich habe gestern und heute schon Post bekommen , allerdings darf ich die Postkarten nicht mit auf die Zelle nehmen mit der Begründung, dass die Postkarten in Drogen getaucht sein könnten. Warum diese Gefahr nur bei den Postkarten und nicht bei den Briefen besteht versteh ich nicht. Briefe darf ich mit auf die Zelle nehmen, allerdings kriege ich nichts was mitgeschickt wurde (z.B. Briefumschläge) mit auf die Zelle. Das einzige was ich ausgehändigt bekomme sind Briefmarken.“

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Aktion am Schillerdenkmal und Knastantritt http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/05/aktion-am-schillerdenkmal-und-knastantritt/ http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/05/aktion-am-schillerdenkmal-und-knastantritt/#comments Sat, 05 Jan 2013 00:21:14 +0000 Administrator Blog http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2013/01/05/aktion-am-schillerdenkmal-und-knastantritt/ -ein kurzer Bericht-

Freitag Nachmittag wurde die Tierbefreiungsaktivistin Isabell von mehreren Unterstützer_innen in die JVA Hildesheim begleitet. Dort wird sie nun vorraussichtlich – wegen der Teilnahme an einer Besetzung des Baugrundstückes auf dem jetzt ein riesiges Schweinetierversuchslabor von Boehringer steht – ihre 20 Tagessätze absitzen. Sie freut sich über Aktionen, Post und sonstige Unterstützung.

Zwischen 12 und 14 Uhr hatte es eine Mahnwache gegen Knast, Strafe und Tierversuche in Hannover am Schillerdenkmal gegeben – trotz schlechtem Wetter, konnte so nochmals Aufmerksamkeit auf die Themen gelenkt werden und zusammen mit der Betroffenen ein „lautes“ Eintreten in den Knast angekündigt werden.

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Boehringergegnerin für 20 Tage in Haft ! http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/12/24/boehringergegnerin-fuer-25-tage-in-haft/ http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/12/24/boehringergegnerin-fuer-25-tage-in-haft/#comments Mon, 24 Dec 2012 17:04:38 +0000 Administrator Blog http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/12/24/boehringergegnerin-fuer-25-tage-in-haft/

„Dass Boehringer Ingelheim für die Profitsteigerung des eigenen Konzerns nicht nur die Qual der Tiere in Kauf nimmt, sondern, dass ihnen auch Menschen und die Zerstörung der Umwelt scheiß egal sind, hat sich in der Vergangenheit deutlich gezeigt und wird durch den Bau des europäischen Tierimpfstoffzentrums in Hannover noch einmal bestätigt.“, erklärte die angeklagte Aktivistin „Mo“ damals im Februar 2012 vor Gericht. (die gesamte Erklärung findet ihr hier auf der Seite)
Das Urteil gegen sie verhängte der vorsitzende Richter Detlef Süssenbach auf 25 Tagessätze, er nannte es „Hausfriedensbruch“, weil „Mo“ das Baugelände für Boehringers Tierversuchsanlage, zusammen mit anderen Menschen besetzt haben soll.
Nun muss sie ab dem 4. Januar 2013 ihre Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Hildesheim antreten und zwar, weil sie Widerstand leistet gegen das Unternehmen, dass mit seinem seit Ende September 2012 offiziell eröffneten Versuchslabor nun auf grausame Weise zur Optimierung der Massentierhaltung hinarbeitet.
Und sollte der Druck gegen diese Tierversuchslabore weiterhin nicht steigen, also der Widerstand gegen diese „Optimierungsfront der industriellen Tierhaltung“ bestehend aus TiHo und Boehringer nicht wiederbelebt werden, so wäre das ein trauriges Vergessen derer, die in den Laboren und Tierfabriken ihr Leben fristen müssen und den enormen Qualen ausgesetzt sind.

Dort wo sich kilometer lange Straßen quer durch den Amazonasregenwald ziehen, um unter anderem das Soja, dass als Futtermittel in der Tierhaltung verwendet wird zu transportieren, wo Lebensräume vernichtet, die Umwelt vergiftet und Lebewesen nur als verbrauchbare Ressource angesehen werden, dort muss es Widerstand gegen diese Zerstörung geben!
Und wo ein Mensch diese ganzen verherrenden Folgen dieser Tierausbeutung und Umweltzerstörung aufzeigt, und genau deswegen ins Gefängnis gesperrt wird, dort muss es Solidarität geben!

Direkt vor dem Haftantritt am 4. Januar 2013, wird es in Hannover ab 12 Uhr am Kröpke eine Aktion geben.
Kommt unzählig und unterstützt die bald inhaftierte Aktivistin.
Es gibt keinen „Frieden im Boehringer-Streit“!

Die Adresse von „Mo“ in der JVA für Briefe und sonstiges:
Isabell Jahnke
JVA Vechta für Frauen
Abteilung Hildesheim
Godehardsplatz 7
31134 Hildesheim

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„Wiederaufnahme des Protests“– Drohungen gegen Boehringer. http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/11/02/wiederaufnahme-des-protests-drohungen-gegen-boehringer/ http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/11/02/wiederaufnahme-des-protests-drohungen-gegen-boehringer/#comments Fri, 02 Nov 2012 18:18:35 +0000 Administrator Blog http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/11/02/wiederaufnahme-des-protests-drohungen-gegen-boehringer/ HAZ- Artikel vom 02.11.2012:

Hannover. Militante Tierschützer haben am Freitag in Kirchrode die Bombenentschärfer der Polizei auf den Plan gerufen. Der Wachdienst des Tierimpfstoffherstellers Boehringer hatte gegen 6.40 Uhr vor dem Gelände an der Bemeroder Straße eine verdächtige schwarze Sporttasche entdeckt. Beim vorsichtigen Blick in die Tasche entdeckte ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes einen Drohbrief. In dem Schreiben wird zur Sabotage von Tierversuchen und Tierfabriken aufgefordert und zur Wiederaufnahme des Protests gegen das Unternehmen aufgerufen. Der Sicherheitsmitarbeiter alarmierte sofort die Polizei.

http://www.haz.de/var/storage/images/haz/hannover/aus-den-stadtteilen/sued/polizei-ermittelt-gegen-militante-tierschuetzer/28049019-1-ger-DE/Polizei-ermittelt-gegen-militante-Tierschuetzer_ArtikelQuer.jpg
Der vermeintliche Tascheninhalt. (Polizeifoto)

Während der Ermittlungen vor Ort wurde eine zweite schwarze Tasche entdeckt. Sie war im Bünteweg vor der Tierärztlichen Hochschule deponiert worden und enthielt ein identisches Schreiben. Aus Sicherheitsgründen ließ die Polizei ein Stück der Bemeroder Straße sowie des Büntewegs sperren. Von der Vorsichtsmaßnahme waren auch die Stadtbahnen und Nahverkehrsbusse betroffen.

Die Entschärfer des Landeskriminalamts untersuchten beide Taschen gründlich, konnten dann jedoch schnell Entwarnung geben. In den Taschen waren keine Brand- oder Sprengsätze versteckt. Um kurz nach 8 Uhr konnten alle Sperrungen wieder aufgehoben werden. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass Zeugen die Tasche vor der Hochschule bereits gegen 4 Uhr gesehen, sich dabei allerdings nichts gedacht hatten. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat eingeleitet. Hinweise zu dem Fall nimmt die Kriminalpolizei unter der Nummer … entgegen.

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http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/11/02/wiederaufnahme-des-protests-drohungen-gegen-boehringer/feed/
Boehringer eröffnet Labor. http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/09/27/boehringer-eroeffnet-labor/ http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/09/27/boehringer-eroeffnet-labor/#comments Thu, 27 Sep 2012 10:03:42 +0000 Administrator Blog http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/09/27/boehringer-eroeffnet-labor/ Mit einer vor Widerwertigkeit strotzenden Feierlichkeit eröffnete der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim sein Tierversuchslabor in Hannover Kirchrode.
Die 700 sorgsam ausgewählten Gäste, die zu dieser Farce eingeladen waren, wurden sowohl mit Marzipanschweinen zum Dessert, als auch mit in Reagenzgläsern abgefüllte rote Flüssigkeit empfangen. Dies zeigt sehr deutlich, dass es Boehringer nicht nur völlig egal ist was jedes einzelne Schwein in dessen Gefangenschaft denkt und fühlt, sondern auch, dass diese Verantwortlichen sich auch noch einen Spaß aus dem Leid das sie verursachen werden, machen.

http://www.hannover.de/var/storage/images/media/01-data-neu/bilder/redaktion-hannover.de/portale/wirtschaft/forschungszentrum/8050249-1-ger-DE/Forschungszentrum_alias_400x300px.jpg

Desweiteren führte Boehringers Propagandaveranstaltung auch ins Innere der neuen
Versuchsanlage. Dort wurden der Presse die neuen aufstrebenden Mitarbeiter_innen (um den altbekannten „Wir schaffen Arbeitsplätze- Slogan“ abzuhaken),
lächerlich realitätsferne Darstellungen mit Tierimitaten aus Plastik und die natürlich besten Sicherheitsvorkehrungen vorgehalten.
Letzteres überzeugte nun auch die „Bürgerinitiative gegen Massentierversuche in Wohngebieten“ (die nicht zu Boehringers Festakt eingeladen wurden).
Deren Sprecher Klaus Neudahm erklärte in einem Interview zur Eröffnung des Tierquallabors folgendes: „Es ist sicherlich nicht das Ziel was wir letztendlich im Auge hatten. Haben uns damit aber arrangieren können, nachdem unsere Gutachter uns klar gemacht haben, dass die Forschungsserie die jetzt hier am Anfang geplant wurde, tatsächlich für den Menschen völlig ungefährlich ist.“
Die Bürgerinitiative ist nun also zufrieden, ihnen geht es gut, sie arrangieren sich mit Boehringer der nun zur Optimierung der Massentierhaltung hinarbeitet.

Regenwaldrodung für den Futtermittelanbau, vergiftete Böden und Gewässer, unzählige Grausamkeiten gegen nichtmenschliche Tiere, Vertreibung indigener Gemeinschaften, und, und, und, dass ist es wofür (Massen-)tierhaltung steht und dazu noch die Abscheulichkeiten in Boehringers Labor selbst…
Damit darf mensch sich einfach nicht arrangieren!

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7 Tage im Knast http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/06/30/7-tage-im-knast/ http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/06/30/7-tage-im-knast/#comments Sat, 30 Jun 2012 16:14:53 +0000 Administrator Blog http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/06/30/7-tage-im-knast/ Weil sie während eines Prozesses gegen eine Boehringegenerin am 13.2.2012 zur Urteilsverkündung nicht aufgestanden ist, musste Alissa vom 20.4. bis 27.4 eine Ordnungsstrafe im Frauengefängnis schwäbisch Gmünd absitzen.
Während ihrer Haft hat Alissa ihre Eindrücke und Erlebnisse aufgeschrieben und zeichnerisch festgehalten. Im folgenden findet ihr eine Zusammenfassung dieses Berichts, sowie einige Zeichnungen, die einen persönlichen Einblick in Alissas Knastzeit geben.


Mir war klar, dass ich die 300 Euro nicht zahlen will, weil ich keinen Bock habe irgendwelche Repressionskassen zu füllen. Ich denke, dass das eine schwierige Entscheidung ist und ich würde auch keine_r Vorwürfe machen wollen, wenn zahlen. Ich für mich nahm allerdings an, dass mein Gefühl nach Zahlung des Geldes ein blöderes wäre, als beim Absitzen. Außerdem hatte ich mir schon länger vorgenommen mir mal so eine Ordnungshaft zu holen um so einen grausamen Knast mal von innen zu sehen, mich mal selbst hinter die dicken Mauern, die Gitterstäbe und den Stacheldraht begeben wollte um eher nachvollziehen zu könne, wie Menschen dort drinnen empfinden und (über)leben und mehr ein Verständnis zu bekommen, was Haftzeit bedeutet…

Weil ich planen wollte, was ich in den nächsten Wochen/ Monaten tun will, hab ich nach dem ersten Zahlungsbescheid mal beim Amtsgericht Hannover angerufen, gesagt, dass ich nicht zahlen will und gefragt, wann ich dann die Haft antreten soll. Erstmal wollte mich die Justizsekretärin noch von einer Ratenzahlung überzeugen- klar, die wollen Kohle und nicht, dass ich den Kotstullen-Staat noch was koste. Nach mehrmaligen Telefonaten hab ich dann geklärt, dass ich Mitte April in Ordnungshaft gehe. Erst wollte sie mir den Haftbefehl schon Anfang April schicken „am 17. April hab ich aber noch einen Prozess und muss mich davor darauf vorbereiten“ erklärte ich und da war die Justizbeamtin ganz kooperativ „dann werde ich dafür sorgen, dass sie den Haftantrittsbescheid frühestens ab dem 18. April erhalten und dann haben Sie ja noch eine Woche Zeit, innerhalb der Sie antreten müssen“.

Packen und Ankommen
Ich war mir total unsicher, was ich denn nun mitnehmen darf in den Knast und was nicht. Auf dem Haftantrittsbescheid stand zwar bisschen was drauf, aber total unkonkret. Also hab ich angerufen in der JVA Schwäbisch Gmünd. „Für wie lange kommen Sie denn?“- „7 Tage“- „Bei 7 Tagen brauchen sie gar nichts mitbringen, sie bekommen alles nötige von der Anstalt“. Ich hab Widersprochen, gesagt, dass da was anderes in dem Schreiben steht. „In den Bescheiden von Gericht steht meistens was Falsches drin“, hat sie gemeint. Jo, das da Falsches drin steht, da will ich ja garnicht widersprechen, aber dass sich Knast und Justiz widerprechen, das war mir was neues, wo sie doch so eifrig zusammenarbeiten, wenns ums Einschüchtern, Kleinmachen, Anpassen und Ausnehmen geht. Zum Glück hab ich noch immer nicht aufgegeben und angefangen einzeln nachzufragen:
Wie ist das mit Büchern? Papier? Stiften?… 10 Bücher durfte ich mit nehmen wurde mir dann doch gesagt, die durfte ich dann auch tatsächlich mit auf die Zelle nehmen. Ansonsten waren die Angaben immer noch falsch oder lückenhaft wie ich später rausgefunden hab. Nach der Erfahrung würde ich erst einmal den Tipp geben einfach auch mal Sachen mitzunehmen, die mensch gerne dabei hätte, auch wenn nicht klar ist ob die mit rein kommen. Obwohl ich da auch schon gehört habe, dass Gefangene für die Verwahrung zahlen müssten.
Schon diese Erfahrung fand ich ziemlich krass. Wenn ich mich mit der ersten Antwort zufrieden gegeben hätte, das ich nichts mitzunehmen brauche… und ich denke, nicht viele stellen solche Auskünften nochmal in Frage, schließlich redet Mensch da ja eigentlich auch direkt mit den Vollstreckerinnen…
Schon 1 Buch ist was ganz anderes als keins und Bleistift und Papier ziemlich wichtig für mich… zum Glück hatte ich noch einige Buntstifte auf Gut Glück mitgenommen- 10 davon waren erlaubt.

Ich war auch sehr froh, dass ich mir am Morgen auch noch die Uhr eines Mitbewohners ausgeliehen hatte, denn der Wecker musste im „Habe“ bleiben (genauso wie mein Kuscheltier „Pirathäschen“, mitgebrachte Zahnpasta, Füller, Wasserfarben…). Und die Uhrzeit zu wissen, das war während der Haftzeit ziemlich wichtig für mich.

Was ich während des Eingesperrt-seins erlebt und durchlebt habe, was ich für Erfahrungen machte und welche Eindrücke ich mitnahm, das möchte ich im Folgenden durch Zitate ausschnitthaft, angerissen und umrissen wiedergeben. Ich hab jeden Tag geschrieben, insgesamt um die 30 Seiten von Hand, aus denen ich nun rauspicken werde, was ich mit anderen teilen und weitergeben möchte:

„Dass ich meine Unterschrift [bei der Aufnahme in der „Kammer“] nicht unter den Papierkram setzen wollte hat sie wütend ge„Wenn sie gleich so anfangen, werden Sie noch sehen, was sie davon haben. Sie werden sehen, Ihr Verhalten wird auf Sie zurückfallenmacht. “ oder ähnliches haben sie zu mir gesagt. „Sie sind so eine gegen den Staat und Alles oder was?“, wurde ich gefragt. Mich danach vor Ihnen auszuziehen, zu duschen, nach Binden oder Tampons fragen zu müssen, das war schon erniedrigend. Plötzlich hab ich mich nicht mehr so stark und widerständig gefühlt…“

Bei dem Arztbesuch wurde mir Blut abgenommen, wegen einem Tuberkulosetest. Ich wusste nicht, ob ich das verweigern kann, habs einfach mit mir machen lassen. Angeschrien hat sie mich, weil ich vergessen hatte (ohne dass ich danach gefragt wurde) zu sagen, dass ich Kontaktlinsen habe und als ich gesagt habe, dasss ich vegan lebe, da hat sie gesagt, dass es das hier nicht gebe „ist ja kein Hotel hier“- „nein ein Knast“ bestätigte ich. Danach wurde ich in den Aufenthaltsraum gesperrt. Ob alles in Ordnung sei hat die Beamtin noch gefragt – ich hab genickt, damit sie verschwindet. – „Was soll in Ordnung sein? In Ordnung an einem Knast?! Nichts ist in Ordnung hier [hab ich gedacht]…“

„Mit der Blechkiste voll mit Kleidern, Bettzeug, Handtüchern und den wenigen persönlichen Dingen , die ich mitnehmen durfte, bin ich dann in die Zelle gebracht worden. Mit zwei anderen Frauen bin ich hier eingesperrt: B. ist 49 Jahre alt, ist seit etwa fünf Monaten hier und muss noch zwei Wochen bleiben. „Grund“ für ihre Haftzeit: „Betrug“. N sitzt auch wegen Betrug. Betrug gegen eine Bank. Ich hab ihr gesagt, dass ich das toll finde [also die Bank zu betrügen, nicht dass sie dafür eingeknastet wurde]. Sie ist 24 Jahre alt und hat zwei Kinder, eine ist 2 Jahre alt, die andere 8 Monate. Sie muss noch 7 Monate da bleiben. N arbeitet für 2,60 Euro die Stunde in der Küche [was hier ein guter Stundenlohn ist, die meisten bekommen für ihre Arbeit wie Nähen, „Hof und Garten“, „Hausmädchen“, Wäscherei nur so 1, 30 Euro und müssen dann Samstags in einem total überteuerten Knastshop einkaufen, wenn sie was haben wollen.“

„Der Fernseher läuft und ich habe die Befürchtung, dass das so bleiben wird… Meine Zellengenossin betet, ein Kopftuch und eine Brille hat sie sich dafür aufgesetzt. Sie ließt dafür immer wieder den selben Abschnitt und zählt an einer Perlenkette irgendwie ab, wie oft sie das schon getan hat.“

„Alle Briefe, die ich bekomme und schreibe werden zensiert [damit ist gemeint, dass Sie die Post durchlesen oder überfliegen und je nachdem Zeilen überstreichen oder die Briefe etc. zurückhalten]. Ich weiß noch gar nicht so recht, wie und was ich da schreiben soll… Die 7 Tage halte ich das aus, aber länger stelle ich mir das fürchterlich vor… Gefühle, Beziehungen, Empfindungen und Erlebnisse offenlegen…“

„Ich war das erste mal im Hof [jeden Tag gibt es eine Stunde Hofgang]… kam mir erst ziemlich einsam vor, bin ein paar Runden gelaufen und hab mich dann auf Steine gesetzt und den schwarz- roten Käfern beim Vögeln zugeschaut. Dann haben sich zwei Frauen in meine Nähe gesetzt, die eine wurde zuvor dabei erwischt, wie sie mit einer Frau [ihrer Freundin] auf einem anderen Hof Handzeichen macht, wir haben darüber geredet, wie beschissen diese Verbote sind und dann noch darüber, wie schlimm es ist, dass alle Briefe zensiert werden. Die eine Frau hat erzählt, wie unangenehm und erniedrigend es für sie war, als die letzte Post, die ihr Schatz an sie geschrieben hat, von den Beamtinnen gelesen wurde, sie hat sich geschämt, hat ihm danach geschrieben er solle nicht mehr so schöne Sachen schreiben, weil die Beamtinnen sich darüber lustig machen. Ich hab nach Sabine S gefragt, die andere vor mir schon im Knast kennengelernt hatten. Sie saß auch im Hof.
Ich bin zu ihr hingegangen, hab sie etwas schüchtern angesprochen und Grüße ausgerichtet. Sie hat mir noch ein paar Sachen erzählt, über die Gebäude, das Duschen, den Kirchgang… [Sie wurde die kommenden Tage zu meiner Vertrauensperson. Es war so gut, wen zu haben, die ich ansprechen konnte, wenn ich nicht wusste, wie ich mich verhalten soll, bei Fragen und einfach zum reden…]“

„So jetzt fange ich an die „Hausordnung“ zu lesen, die mir bei der Aufnahme zum Durchlesen mitgegeben wurde. „Hausordnung“- wie verniedlichend für diese scheiß Knastregeln!

Auszug:

„Sie befinden sich hier in einer großen Gemeinschaft. Das erfordert verantwortliches Verhalten und gegenseitige Rücksichtnahme. Wir bitten Sie deshalb, die bestehenden Regeln, die auch in ihrem Interesse ergangen sind, ernst zu nehmen. Das Justizvollzugsgesetz betont Ihre Mitwirkung an der Erreichung des Vollzugsziels:
Im Vollzug der Freiheitsstrafe sollen die Gefangenen fähig werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen.
Resozialisierung kann nur gelingen, wenn Sie selbst mitarbeiten. Ihre Fähigkeit zu sozialem Verhalten und zu sozialer Verantwortung können Sie auch durch Einhaltung dieser Hausordnung beweisen.“

„Vorhin haben N, B und ich noch zusammen Sport gemacht. Wir lagen auf dem Boden und haben gelacht bei der Vorstellung, dass jetzt eine Beamtin rein kommt. Wir konnten uns gegenseitig ein paar Übungen zweigen. Wir haben darüber gesprochen, dass das motivierend ist, wenn mensch nicht allein Sport macht. Wir wollen das jetzt jeden Tag zusammen machen. Und nachher werden N und ich noch zusammen Simpsons gucken“

„Vorhin kam eine der Schließerinnen in die Zelle und forderte mich auf mit ins Büro zu kommen, denn da wäre so „komische Post“ für mich gekommen. Oh – da waren so viele wunderschöne Briefe und Karten! Allerdings musste ich alles, was beklebt war und/oder auf schon beschriebenem Papier war, aller Flyer, Zeitschriften etc. im Büro lassen.
Das Lesen der Briefe tut so gut – diese unterstützenden Worte, liebevolle Gedanken, Wünsche und wertvollen Gedanken… Das gibt mir Kraft und stärkt meinen Widerstandswillen und meine Wut aufs Einsperren!
[…]
In den Briefen stehe öfter, dass angezweifelt würde, dass die Post ankäme. Das solle ich mal richtig stellen, denn sie hätten kein Interesse daran, Briefe zurückzuhalten. Das sei „nur“ der Fall, wenn die Post hetzerischen Inhalt hätte. – Was ist hetzerischer Inhalt? “

„Es ist Aufschluss… gerade saß ich in der Zelle am Tisch und habe gezeichnet, da kam I rein und als sie gesehen hat, was ich da mache hat sie mich gefragt, ob ich sie zeichnen könne. Ich bin mit auf ihre Zelle gegangen. Während ich sie zeichnete hat sie geraucht und mir von ihrem heftigen Lebensverlauf erzählt […] inzwischen hab ich so viele Zeichenaufträge! Manche wünschen sich, dass ich ihre Kinder zeichne[…]. Es sind so viele Mütter hier. Als ich heute aus dem Fenster geschaut habe, habe ich Frauen mit Kinderwagen gesehen. N hat mir gestern erzählt, dass in einem Gebäude hier Mütter mit Kindern sind. Die Kinder „können“ dort sein, bis sie drei Jahre alt sind.

„Weil ich gewöhnlicherweise nett bin zu Menschen, die nett zu mir sind, ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich „Danke“ sage, Türen aufhalte, „Bitte“ sage oder „Guten Morgen“… wenn ich mir dann wieder in Gedanken rufe, was für einen Job die machen und sehe und spüre wie sie in anderen Situationen handeln, dann wird mir ganz unwohl… Warum werden Beamt_innen Beamt_innen? Was haben sie für eine Ausbildung? Ist das ihr Traumberuf? Was denken die sich dabei?“

„Heute war ich in der Kirche. Die Kirche ist ein Ort, an dem alle Frauen aus den unterschiedlichen Gebäudebereichen zusammenkommen können. Die meisten gehen nur dort hin, um sich zu sehen, wurde mir gesagt. Die Leute aus der Untersuchungshaft sollen aber in Zukunft getrennt in der Galerie sitzen, wurde heute mitgeteilt. Viele Blicke ruhten auf den drei Kindern in der Reihe vor mir. Die fanden viele Frauen glaube ich interessanter, als das Geschwafel über Hirten und Weiden…“

„Vorhin kam eine Beamtin rein, sie hätten einen „Neuzugang“, ob wer von uns umziehen könne [sogenannte Neuzugänge dürfen anfangs nicht allein auf der Zelle sein, bis der Arzt das genehmigt]. Ich hab mich zögernd dazu bereit erklärt, weil ich dachte, dass es viel beschissener ist, wenn N und B auseinander müssen…“

„Ich war bei dem beschissenen Arschloch-Arzt Watuchek, vor dem ich schon gewarnt wurde. Mein Antrag auf meine original verpackte Zahnpasta, die sich in meinem „Habe“ befindet, wurde abgelehnt. Dann hat er den Antrag auf rohes Obst und Gemüse gelesen, in dem ich erläutert habe, dass ich vegan lebe und hier nur Brot mit Margarine und Müsli mit Wasser zu essen bekomme und beim Mittagessen eben je nach dem, was ich vom vegetarischen Gericht essen kann. Meine Gründe seien psychisch und ethisch und interessieren ihn nicht. Da bräuchte ich schon ein ärztliches Attest. Er hat meine Anträge weggelegt und mir -wie als Aufforderung zu gehen- die Hand hingehalten. „Ihnen geb ich nicht die Hand“, hab ich wütend gesagt und bin gegangen.
Sabine hatte mir erzählt, dass, wenn sie wegen gesundheitlichen Problemen zu dem Arzt gehe, würde er ihr sagen: „Du bist selbst Schuld, musst Sport machen, musst Schwimmen gehen“. Was für ein scheiß Witz, wie gemein zu einer Gefangenen zu sagen, sie solle Schwimmen gehen!“

„Die Klospülung hier funktioniert nicht. Auf der „alten Zelle“ mussten wir ewig spülen, bis Klopapier und co im Abfluss verschwanden, hier geht’s garnicht. Nachdem eine Beamtin mit einem Handschuh das Klopapier entfernt hatte, hat sie gesagt, dass wir es jetzt einfach versuchen sollen und morgen käme dann wahrscheinlich wer, der dafür zuständig ist. Ich hab gesagt, dass wir das ja jetzt gleich testen können und hab ein Stück Klopapier ins Klo geschmissen und gespühlt. Es hat nicht funktioniert. Ich hab vorgeschlagen einen Eimer zu benutzen, den wir mit Wasser füllen können, um zu spülen. Tatsächlich ist die Beamtin auf den Vorschlag eingegangen und hat bei den „Hausmädchen“ einen Eimer angefordert. Ich fand die Situation ein bisschen lustig, weil die Beamtin mit der Situation ziemlich überfordert wirkte und ich das eigentlich ganz einfach fand. Das erinnert mich jetzt an die besetzten Häuser in Barcelona, wenn ich aufs Klo gehe… Erinnerungen sind so wichtig im Knast… mit ihnen kann Mensch sich dort drinnen sozusagen wegträumen…“

„Meine neue Zellengenossin redet unglaublich viel… oft ist es auch interessant aber manchmal auch anstrengend, wenn ich lesen oder schreiben will… ihr sei so langweilig ohne Fernsehen und Radio, sagt sie immer wieder. Ich hab ihr angeboten, dass sie sich ein Buch von mir leihen kann, aber lesen ist nicht ihr Ding, sagt sie. Ich kenne das Gefühl von Langeweile (noch) nicht, hab das seit etwa 15 Jahren nicht mehr gehabt. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass ich, wenn ich länger im Knast sein müsste, auch einen Fernseher haben wollen würde und auf jeden Fall einen CD-Player und ganz viel Musik. Da ist es dann eben schon auch einfacher wenn mensch eine Einzelzelle hat. In Baden- Württemberg gibt es neuerdings ein Gesetz, nachdem die Insassinnen einverstanden sein müssen, wenn sie mit anderen Frauen zusammen in eine Zelle gesperrt werden. Ist mensch aber nicht einverstanden, dann gibt es anscheinend eine lange Warteliste für Einzelzellen.“

„Eine Frau, die beim Mittagessen mit mir am Tisch sitzt, ist wegen Schwarzfahrens hier. 6 Mal wurde sie erwischt und hat auch die 40 Euro nicht bezahlt, erzählte sie… Das erste, was sie machen wird, wenn sie hier raus kommt: sich ein Jahresticket kaufen, hat sie gesagt…“

„Ich finde es ziemlich schade und traurig zu erleben wie die Frauen hier oft miteinander umgehen. Sie sind häufig so hinterlistig, beklauen sich, belügen sich und lästern… Es ist wohl auch schwierig im Knast solidarisch miteinander umzugehen, wenn mensch auch draußen keine Solidarität erlebt hat…Naja und das Knastsystem ist ja auch darauf ausgerichtet, Menschen die Emotionen, Vertrauen und Liebe zu nehmen…“

„Auf dem Nachthemd, das ich anhabe, steht „everything will be good“, auf einem anderen, dass ich hier bekommen habe „save me““.

„Sabine meinte, ich solle nicht einfach Sachen verschenken, sondern immer gleich fragen „Was krieg ich dafür“, denn sonst würde ich ausgenommen… Ich hab ihr erklärt, dass ich eben gerne schenke und sozusagen „meinen Charakter“ auch im Knast beibehalten wolle… wenn ich darüber nachdenke, würde das auf längere Zeit aber wohl nicht funktionieren. Mensch wird ja ständig von der Umgebung und dem Umfeld geprägt. Draußen, da kann ich mir oft aussuchen mit welchen Menschen ich zu tun haben möchte, wo ich mich aufhalten will und durch wen und was ich also geprägt werde… Hier drinnen passiert das unter Zwang…“

„Ich bin aufgeregt, wie das morgen werden wird, wenn ich wieder hier raus gehe… Nur noch einmal schlafen!… Ich freu mich so, nicht mehr ständig diese scheiß Gitterstäbe sehen zu müssen!“

Sowas wie ein kleines Fazit
Ich wurde von zwei sehr vertrauten Freund_innen abgeholt. Schon nach der einen Woche war es für mich seltsam wieder Autos zu sehen… Ein bisschen reizüberflutend kam mir das alles vor… etwa eine Woche hab ich mich dann von der Knastwoche erholt, mit Menschen über das Erlebte gesprochen, über Gedanken und Fragen die mir während und nach der Zeit im Knast gekommen sind.
Ich glaube, dass es sehr wichtig ist sich vor der Knastzeit (naja, kommt wahrscheinlich auch darauf an wie lange das ist) zu überlegen, welche Freund_innen mensch danach gerne um sich hätte und wo mensch sich gerne aufhalten will…
Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung gemacht habe, weil ich glaube, dass ich jetzt eher ein Bild davon habe, was Knast bedeuten kann und wie ich versuchen könnte, auch mit einer längeren Haftzeit umzugehen… Trotzdem ist mir bewusst, dass die Woche, mit der Unterstützung die ich hatte, so anders ist, nicht vergleichbar ist mit dem, was der Großteil der Gefangenen durchmacht…

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Wieder Boehringergegnerin im Knast http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/04/19/wieder-boehringergegnerin-im-knast/ http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/04/19/wieder-boehringergegnerin-im-knast/#comments Thu, 19 Apr 2012 21:36:09 +0000 Administrator Blog http://boehringerbesetzung.blogsport.de/2012/04/19/wieder-boehringergegnerin-im-knast/ Bei einem Prozess am 13.2.2012 gegen eine Boehringerbesetzerin weigerte sich eine Aktivistin, die die Angeklagte unterstützte, zur Urteilsverkündung aufzustehen.
Richter Süßenbach, der schon in den vorherigen Verfahren bewiesen hat, dass er diese Art des Verhaltens als persönlich Beleidigung auffasst, verhängte daraufhin ein Ordnungsgeld in Höhe von 300 Euro, ersatzweise 10 Tage Ordnungshaft gegen Alissa W. und ließ sie anschliessend aus dem Saal räumen. Im Nachhinein berichtigte Süßenbach die Ersatzhaft auf 7 Tage, da ihm wohl aufgefallen ist, dass laut StPO maximal 7 Tage Ordnungshaft verhängt werden dürfen.
„Der Richter verkündet das Urteil im „Namen des Volkes“, zu welchem ich mich durch den Akt des Sich- Erhebens bekenne. Aber für mich sind Völker Konstrukte, die das ausüben von Herrschaft über viele Menschen erleichtern, er spricht im Namen eines Gesetzes welches ich ablehne und er verhängt Strafe.“, kommentiert Alissa die Reaktion des Richters auf ihre Weigerung sich zu erheben.
„Ich hab mich entschieden, die Strafe abzusitzen, weil ich durch das Bezahlen der 300 Euro einen Staat unterstütze, der die Institution „Gericht“ überhaupt erst möglich macht.“, erklärt Alissa.

Bereits im November 2010 saß ein Unterstützer der Boehringerbesetzer_innen 5 Tage in der JVA Leipzig, weil er sich ebenfalls weigert vor bei der Urteilsverkündung im ersten Boehringerverfahren aufzustehen. Auch beim zweiten Boehringerprozess verhängte Richter Süßenbach 5 Tage Ordnungshaft gegen den Angeklagten Andre M., weil dieser sich weigerte bei der Urteilsverkündung aufzustehen. Die Ordnungshaft wurde sofort vollstreckt und der Angeklagte wurde vom Gerichtssaal direkt in die JVA Hannover gebracht.

Alissa wird vom 20.4. bis zum 27.4.2012 die Ordnungshaft in der JVA Schwäbisch Gmünd absitzen und freut sich über solidarische Unterstützung wie zum Beispiel Aktionen zum Thema Knast, Justiz, Speziesismus und generell zu Herrschaftsverhältnissen.
Außerdem freut sie sich über Post und Aktionsberichte aller Art.
Die Adresse ist:
Alissa Weidenfeld
JVA Schwäbisch Gmünd
Herlikofer Str. 19
73527 Schwäbisch Gmünd

Infos zu der Besetzung, den Prozess und Alissas Ordnungshaft:
boehringerbesetzung.blogsport.de

Infos zu dem Prozess gegen Andre M.:
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Wieder-Tumulte-beim-Prozess-gegen-Besetzer

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