Im Sommer 2009 war das Gelände, wo heute das Labor steht für 6 Wochen von Aktivist_innen besetzt worden. Danach wurde es von über 1000 Polizist_innen geräumt.
Nach ca einer Woche wurde es erneut besetzt – diesemal allerdings nur für ein par Stunden.

Hier ein ausführlicher Bericht:

Die Besetzung

Die Menschen, die zusammen auf der Besetzung lebten, hatten sich aus verschiedensten persönlichen Überzeugungen zusammengefunden, um sich dann schnell wohnlich einzurichten: In Zelten, einer Plattform im Baum und den verbliebenen Häusern. Sofort wurde auch ein Infopunkt an der Straße mit einem Flyerhäuschen aufgebaut. Alles wurde wohnlich mit Sperrmüllsofas eingerichtet, es wurde ein Kompostklo gebaut, ein Küchenzelt und eine Waschstation wurden eingerichtet und später auch ein festes Wachhäuschen errichtet. Über das schöne, naturnahe und ökologischere Leben hinaus wurden natürlich viel Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Wer am Infopunkt vorbei kam, war eingeladen mit uns zu diskutieren und an einem der vielen Vorträge und Workshops teilzunehmen. Oder mindestens eingeladen an unserem all-sonntäglichen, selbstverständlich veganen, offenen Bruch vorbei zu schauen.
Es gab viel Unterstützung durch Anwohner_innen und andere Symphatisanten_innen. Essens-, Trinken- und Geldspenden, Wasser, Matratzen und andere nützliche Güter wurden vorbeigebracht. In dieser Weise war die Besetzung ein offener Raum, der Platz für jeden interessierten Menschen bot. Diese Offenheit galt selbstverständlich nicht für Rassisten_innen, Architekten Boehringers, Polizisten, Baufirmenmitarbeiter oder ähnlichen Gestalten, die diskriminieren, beherrschen oder den Bau des Labors vorbereiten wollten. Während der folgenden sechs Wochen entwickelten sich in diesem eroberten „Ideengarten“ weitere Utopien: Sollte hier ein Wagenplatz entstehen? Oder
ein anderer Autonomer Freiraum? Oder ein Community Garden? Oder ein Gnadenhof? Oder…? Auch viele Besucher ließen sich auf dem mit Brombeersträuchern und Apfelbäumen überzogenen Gelände von der Euphorie anstecken:
Hier war ein Platz für freie Gedanken, für Träume, für ehrlichen und herzlichen Umgang, für Musik, für Diskussion – und das alles, ohne sich mit seinen utopischen Gedanken zurück zu ziehen oder seine Kreativität mit den Konsumgelüsten, die diese Gesellschaft bietet, zu ersticken. Jeder Mensch, der mit Empörung oder als Polizist den Ernst des Lebens auf das Gelände tragen wollte, konnte sich wohl nur schwer dagegen wehren, nicht von unserer Art des Ernstes angesteckt zu werden, nicht zu sehen, dass wir unsere politische Arbeit auch durchaus ernst nehmen und uns einsetzen – Nur eben auf unsere Weise. Trotz all dem gab es immer wieder Versuche, uns zu diskreditieren, zu spalten, und freiwillig zur Aufgabe zu bewegen. Dem Konzern Boehringer fiel plötzlich auf, dass die Lauben auf dem Gelände, in denen früher Jahre lang Menschen gewohnt hatten und die eineinhalb Jahre unbewohnt auf dem zunehmend verwuchernden Gelände gestanden hatten, Asbest zu finden sei. Zum Besten aller Besetzer müsste man umgehend mit dem Abriss beginnen, alle hätten dafür sicherlich Verständnis. Des Weiteren gab es zwei Farbanschläge auf die Tierärztliche Hochschule und das Haus des OB Weil, beides in der Nähe des Geländes. Mit Sprühfarbe waren Parolen an die Hauswände geschrieben und bei der TiHo Scheiben eingeworfen worden. Die prophylaktischen repressiven Maßnahmen gegen die Besetzer/innen ließen natürlich nicht lange auf sich warten: Es gab eine Razzia. Von fast allen Besetzern wurden die Personalien aufgenommen und das Gelände durchsucht. Auch wurden einige Privaträume und -rucksäcke durchwühlt, obwohl es hierzu keine rechtliche Grundlage gab. Um nicht ganz mit leeren Händen dazustehen, nahm man zwei Farbeimer mit. Das Ergebnis der Untersuchungen, die den Vergleich von Sprüh- mit Abtönfarbe als Gegenstand hatten, ließ einige Wochen auf sich warten, bis sie dann zum völlig überraschenden negativen Ergebnis führten. Wäre die Räumung nicht gekommen, hätte es noch ein Rave der „Hedonistischen Internationalen“ und einen Poetry-Slam gegeben. Außerdem hätte das Video zu dem Lied der Besetzung nicht zwischen Baggern gedreht werden müssen. Wir alle sind traurig, dieses Zuhause, dieses Stück gelebten Traum, diesen Freiraum verloren zu haben.

Räumung
In der Nacht zum 12.08.2009 um ca. 5:15h wurde der Alarm von der Nachtwache ausgelöst. Wie später bekannt wurde, waren 1000 Polizisten_innen für 33 Aktivisten_innen im Einsatz. Beteiligt waren 700 Breitschaftspolizisten_innen aus ganz Niedersachsen, ein Höheninterventionsteam (Kletterpolizei) aus Berlin, Bundespolizisten, Reiter, 4 Wasserwerfer, 4 Räumpanzer, 2 Unimogs mit Schaufel und Hebebühne, ein Helikopter, zwei Gefangenenbusse und mindestens 7 Ermittler-Teams der Kriminalpolizei. Neu an diesem Einsatz war, dass 200 Bereitschaftspolizisten_innen mit der Straßenbahn kamen, die extra direkt vorm Gelände hielt.1 Außerdem war ein Abrissunternehmen mit Bulldozern und einem Container mit Bauzaunteilen sowie Dixiklos sofort vor Ort.
Angeordnet wurde die Räumung durch die Polizeidirektion Hannover als oberste Versammlungsbehörde, da der Verdacht bestand, dass Straftaten von der Besetzung ausgegangen waren und weil „man auf Grund der ausgehobenen Fallgruben, gebauten Barrikaden und einem Steinlager nicht mehr von einem friedlichem Charakter der Besetzung ausgehen könnte“.2 Die Aktivisten_innen widersetzten sich der Räumung jedoch mit passivem Widerstand. Die Fallgruben und Barrikaden waren lediglich Hindernisse für Fahrzeuge und das gefährliche Steinelager war ein Depot von Backsteinen für geplanten Backofen.3 Vier der 33 Aktivisten_innen hatten sich noch schnell an drei verschiedenen Punkten angekettet. Die Räumungen von den drei Aktivisten_innen in zwei verschiedenen Betonblöcken dauerte rund 3 Stunden. Die Kletterpolizisten mussten neben einem Aktivisten, der im Baum angekettet war, auch drei Aktivisten_innen von einem Dach pflücken.4 Im ersten Stock eines der Häuser hatten sich darüber hinaus 4 oder 5 Menschen verschanzt, die nach dem Einschlagen der Scheiben über Leitern geräumt wurden. Außerdem stießen die Einsatzkräfte an diversen Orten auf Hindernisse für Fahrzeuge.
Einem Großteil der Aktivisten_innen wurden Platzverweise erteilt. Sieben Aktivisten wurden einkassiert und bis zu sechs Stunden festgehalten, davon einen Großteil in kleinen Zellen in einem Gefangenenbus.5 Während einige Sachgegenstände von den Aktivisten mitgenommen werden durften, sollte das Abrissunternehmen so schnell freie Bahn bekommen, sodass genügend „Müll von den Besetzern zurückgelassen wurde“.6

Demo&Sachschaden
Noch am gleichen Abend gab es in Berlin eine Spontandemo gegen die Räumung7 und in Hannover wurde ein Transparent mit der Aufschrift „Wer räumt kriegt Stress“ über eine Schnellstraße gehängt8.
Am nächsten Abend gab es sowohl in Hamburg, als auch in Hannover Spontandemos. In Hannover beteiligten sich ca. 200 Menschen, auf dem Fronttransparent war zu lesen „Artgerecht ist nur die Freiheit“.9 Nach der Demo kamen auf zwei großen Kreuzungen ungefär 50 Menschen zusammen, die diese kurzzeitig blockierten. Die Bullen zogen daraufhin jeweils massiv Kräfte zusammen, trotzdem gelang es ihnen nicht, die Lage unter Kontrolle zu bringen.10 Denn in der Nacht kam es zu mehreren Schmierereien und Sachbeschädigungen, u.a. am Rathaus, an dem 30.000 € teures Sicherheitsglas beschädigt wurde. Außerdem wurden die Stadtvertretungen der SPD und der Grünen, sowie die Landesvertretungen der Grünen, mehrere Fleischereien und ein Einkaufszentrum mit Parolen wie „Gekauft von Boehringer“, „Wir sind grün, was seid ihr? Go vegan!“ und „Gegen die Ausbeutung von Mensch und Tier“ verschönert.11
Der Widerstand gegen das geplante Tierversuchslabor der Firma Boehringer Ingelheim geht weiter! Fast jede Nacht werden Unternehmen, die mit Boehringer Ingelheim zusammenarbeiten, Parteien und Unternehmen, die die Räumung unterstützten angegriffen. Dabei kommt es zu Schmierereien und Sachbeschädigungen.

Baupläne
Boehringer will an den Nebenwirkungen der industriellen Massentierhaltung Geld verdienen. Durch diese Haltung erfahren die Tiere ein äußerst qualvolles, kurzes und gewalttätig endendes Leben, dass unter anderem durch eine Vielzahl von Infektionskrankheiten geprägt ist. Hier kommt Boehringer ins Spiel: Es sollen Impfstoffe für Tiere entwickelt werden, die in Zuchtanlagen zur Anwendung kommen sollen, um es letztendlich mehr von dem Produkt „Fleisch“ auf weniger Fläche zu erzeugen. Auf einem etwa 2,6 ha großen Areal will Boehringer sein sogenanntes „europäisches Tierimpfstoffzentrum“ errichten in dem jährlich bis zu 2.000. Schweine sterben sollen. Die geplante Anlage soll vorerst aus einer Stallung für knapp 1000 Schweine und einem Verwaltungsgebäude bestehen. Es exsistieren jedoch bereits Pläne für einen Ausbau der Anlage, wonach später auch Rinder dort gequält werden sollen.

Kritik an Boehringers Tierversuchslabor in Hannover

Boehringers Anlage soll nach Angaben des Betreibers für 1000 Schweine ausgerichtet sein. Ausbaupläne, nach denen später auch Versuche an Rindern durchgeführt werden sollen, existieren jedoch bereits. Die Gefahren, die durch die Viren innerhalb des Labors für Mensch und Natur entstehen können, sind nicht vorhersehbar und somit ein Spiel mit dem Risiko. Boehringer hatte angekündigt, in dem Versuchslabor „nur“ Versuche der Sicherheitsstufe 2 durchzuführen. Vor kurzem jedoch gab Boehringer zu, dass dort ebenfalls Versuche der Stufe 3 durchgeführt werden sollen. Für die Menschen, die in unmittelbarer Nähe dieses Labors leben bedeutet dies, dass die Gefahr von Krankheiten, ausgelöst durch Viren aus dem Labor, wächst. Für die Tiere bedeutet dies noch grausamere Leiden.
Das Tierversuchslabor beschert den betroffenen Tieren ein gewaltvolles und kurzes Leben, denn sie werden zur Impfstoffforschung vorsetzlich mit Viren infiziert und nach wenigen Monaten getötet und in Lauge aufgelöst abtransportiert. Doch nicht nur während der Versuchsreihen handelt Boehringer nicht zum Wohle der Tiere: die
Impfstoffe werden in der Massentierhaltung benötigt, um diese zu optimieren, also um immer mehr Tiere auf engem Raum einpferchen zu können. Boehringer profitiert so von den Nebenwirkungen der grausamen Massentierhaltung, welche katastrophal für die Tiere, die Umwelt, die Menschen des Trikont sind. Die Tiere in den Mastanlagen verbringen ein kurzes, qualvolles Leben in Gefangenschaft, bevor sie getötet zu werden, um für den Menschen als kurzen Gaumenkitzel herzuhalten. Um diese Tiere schnellstmöglich wachsen zu lassen, werden sie, nachdem die Fütterung von Tiermehl verboten wurde, mit proteinreichem Soja gemästet. Dieses Soja wird überwiegend in Südamerika angebaut. Dafür werden unvorstellbare Flächen Regenwald gerodet und die Menschen, die dort vorher kleine Felder bewirtschafteten, werden von dort vertrieben. Ihnen wird somit die Lebensgrundlage entzogen. Das Futtersoja wird von Südamerika nach Europa und in die USA exportiert. Dort wird es in Mastanlagen verfüttert und nachdem die Tiere getötet wurden, wird ihr Fleisch häufig in andere Länder exportiert z.B. nach Afrika. Diese „Herumfliegerei“ der „Rohstoffe“ hat zur Folge, dass Unmengen CO2 ausgestoßen werden, die den Klimawandel vorantreiben. Desweiteren enstehen durch die anfallende Gülle in der Massentierhaltung klimaschädliche Gase, wie beispielweise Methan. Insgesamt macht die weltweite Fleisch“produktion“ 18% des Klimawandels aus.
Häufiges Argument für Mastanlagen, und auch für das Versuchlabor in Hannover, ist, dass durch diese Anlagen Arbeitsplätze für die Menschen in der Region geschaffen werden. Allerdings wird durch solche Unternehmen der Tourismus der Region stark geschädigt, dass die entstandenen Arbeitsplätze durch die Arbeitslosigkeit in der Tourismusbranche ausgeglichen werden.

*Kritik am Unternehmen Boehringer Ingelheim:

Boehringer agiert wie jeder Konzern nach den Prinzipien der Profitmaximierung. Am Wohl der Menschen und Tiere, für die es Medikamente herstellt, liegt dem Unternehmen herzlich wenig. Davon zeugen die Lieferung von Dioxin zur Herstellung des Entlaubungsmittels „Agent Orange“ während des Vietnamkriegs und die Patentierung von einem
Arznei-Wirkstoff, welcher die Behandlung von mit HIV-infizierten Kindern erleichtert. Durch die Patentierung können nun keine günstigeren Generika mehr hergestellt werden. Dadurch hat sich der Preis für die Behandlung für die HIV-infizierten Kinder um ein vierfaches verteuert und so ist es nun vielen Familien nicht mehr möglich, ihren Kindern medizinisch zu helfen. Da Boehringer wie jedes andere Unternehmen den Regeln des Marktes unterworfen ist, steht Boehringer in der Kritik der BesetzerInnen auch nur exemplarisch für ein Wirtschaftssystem, in dem alles – selbst fühlende Lebewesen – zur Ware gemacht werden, um daraus Profite zu erwirtschaften. Eine Kritik am Status von nicht-menschlichen Tieren in der Gesellschaft *Nutzenfixiert produziert, verdinglicht, als Ware in Wert gesetzt, ausgebeutet* Wir leben in einer Gesellschaft wo alles zur Ware gemacht wird um daraus Profit zu erwirtschaften: sei es die menschliche Arbeitskraft oder seien es nicht-menschliche Tiere, die als Ware in Wert gesetzt werden, um daraus Kapital zu schlagen. Unsere gesamte Gesellschaft ist von diesem Prinzip überzogen. Daher kann die Kritik am Status der Tiere nicht losgelöst vom Kapitalismus geübt werden, in dem nicht-menschliche Tiere verdinglicht, zur Ware und zu Tier-Kapital gemacht werden. Durch die kapitalistische Produktionsweise wird “das Tier” zum verwertbaren Objekt. Hierbei ist es gesellschaftliche Realität, dass das Mensch-Tier-Verhältnis von Gewalt gegenüber dem Tier geprägt ist: nicht-menschliche Tiere werden für Nahrung und Kleidung ausgebeutet und umgebracht, für die Erforschung von Medikamenten und Kosmetika als Versuchsobjekte benutzt, zum Vergnügen aufgespießt und erschossen, zum Zeitvertreib ausgestellt und dressiert, für Partnerschaft gezüchtet und für Sport ausgenutzt. Wie nicht-menschliche Tiere wahrgenommen werden geschieht über ihren Nutzen und durch Kategorisierung in Gruppen, wie z.B. “Nutztiere”, “Haustiere”, “Versuchstiere”, “Zootiere”, “Pelztiere” und andere. Diese Kategorien spiegeln den Stellenwert, welchen sie in unserer Gesellschaft haben, wider: sie sind etwas, was für den Menschen da ist, werden aber nicht als jemand wahrgenommen, der eigene Interessen besitzt. Dass nicht-menschliche Tiere in unserer Gesellschaft nach Belieben benutzt werden dürfen, scheint als Naturkonstante, an deren Tatsache selten gerüttelt wird. Sie gilt als normal und feststehend.

*Der “Mensch”-”Tier”-Dualismus*
Die klare Grenzziehung zwischen Mensch und Tier rechtfertigt diese willkürliche Ausbeutung von nicht-menschlichen Tieren. Dadurch werden unter dem Begriff “Tier” höchst unterschiedliche Spezies zusammengefasst, deren größte Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie von ihrem Gegenspieler Mensch abgegrenzt werden.
Die Kategorie “Tier” ist eine soziale Konstruktion des Menschen. Gemeinsamkeiten zwischen Menschen und nicht-menschlichen Tieren werden verleugnet und Unterschiede hervorgehoben. Das Tier hat hierbei die Funktion des negativen Gegenübers des Menschen und repräsentiert alles, was nicht in die heile Welt des Menschseins passt. Eigenschaften und Verhaltensweisen wie Sehnsüchte, Triebe, Abneigungen, Aggressionen, die nicht in das vorherrschende Idealbild des zivilisierten Menschen passen, werden dem negativen Gegenpol “Tier” zugeschrieben.
Dieses Denken nennt man dualistisch, binär oder schwarz/weiß. Es beinhaltet, dass sich zwei Gegensatzpaare unvereinbar gegenüberstehen. In der westlichen Kultur gibt es noch andere Gegensatzpaare wie Kultur – Natur, Geist -Materie, Vernunft-Trieb, Seele – Körper, Moral – Instinkt, Mann – Frau usw.
Es lässt sich feststellen, dass die Seiten dieser Paare jeweils Mensch und Tier zugeordnet werden können. Dabei zeigt sich die hierarchische Ordnung des Mensch-Tier-Dualismus: die dem Menschen zugeordnete Seite (z.B. Vernunft) stellt den gesellschaftlichen Soll-Zustand dar, wohingegen die andere Seite, die vom Tier repräsentiert wird (z.B. Trieb), für den Negativ-Pol steht, nämlich für das, was nicht sein soll bzw. was es nicht geben darf. Daraus resultiert eine Werteskala, mit der die andere Gruppe abgewertet und gleichzeitig die eigene Gruppe aufgewertet wird. Die dualistische Denkweise beinhaltet Mechanismen die zur Ausgrenzung und Diskriminierung von Tieren, aber auch von Menschen führen. So werden Frauen, Indigenas, Schwarze wie auch Tiere dem begrifflichen Rahmen der Natur zugeordnet, die als negatives Gegenstück zur höherwertigen Kultur des Menschen/des weißen Mannes betrachtet wird. Unterdrückung und Gewalt an Individuen, die als naturnah stigmatisiert werden, können mit Hilfe dieser Herrschaftslogik legitimiert werden. Die Kritik am Mensch -Tier-Verhältnis sollte nicht als isoliertes Unterdrückungsphänomen angesehen werden, sondern in den Kontext mit anderen Benachteiligunsformen wie Rassismus und Sexismus gestellt werden. Es muss daher eine fundierte Analyse stattfinden, die Überschneidungen und Wechselwirkungen des Speziesismus mit anderen Unterdrückungsformen untersucht. Dabei sollte beachtet werden, dass es sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen verschiedenen Arten von Unterdrückungen gibt. In der Analyse zum Mensch-Tier-Verhältnis ist noch viel Arbeit zu leisten, die nur mit einem gemeinsamen konstruktiven Dialog zu dem Ziel kommen kann, einer Gesellschaft, die nicht auf Ausbeutung, Gewalt und Unterdrückung basiert, ein kleines Stück näher zu kommen.

Wie geht’s weiter?

Die Proteste gegen Böhringer werden nicht aufhören!
In der Zeit vom 6.9.2009 bis zum 12.9.2009 wird es in Hannover eine Aktionswoche gegen den geplanten Bau des Tierversuchslabor geben.
In dieser Woche, am 8.9.2009 finden im Rathaus auch die Vertragsverhandlungen zwischen Boehringer Ingelheim und der Stadt Hannover statt. Mit kreativen Aktionen wollen wir versuchen diese Verhandlungen zu blockieren und zu stoppen! Und weiter für unseren Ideengarten kämpfen!!
Wir geben nicht auf!