Beiträge von BBH

Demonstration am: 13.September 2009

Am Sonntag, den 13.September 2009 wird es in Hannover eine Demonstration gegen das geplante Tierversuchslabor von Boehringer-Ingelheim, die TiHo Hannover und die Stadt Hannover geben.

Internet/Mobilisierungsseite zur Demo: http://13Sep.blogsport.de
KOMMT ALLE !

3. Aktionstag – Freitreppe in der Halle des Neuen Rathauses besetzt! – „So etwas habe ich während 20 Jahren im Rathaus nicht erlebt“


Am Mittwochnachmittag wurde aus Protest gegen das in Hannover-Kirchrode geplante Tierimpstoffzentrum des Pharmakonzerns Boehringer-Ingelheim die große Freitreppe im Neuen Rathaus besetzt. Acht AktivistInnen blockierten am Nachmittag den Zugang zur großen Freitreppe im Neuen Rathaus, rollten Transparente aus und skandierten Parolen. Sie schwangen Reden, bliesen in Tröten und warfen Flugblätter. Dabei war im Rathaus einiges los: Die Briefwahlstelle direkt neben der Freitreppe war wenige Wochen vor der Bundestagswahl voll besetzt, im Restaurant Gartensaal gab der Deutsche Fußballbund (DFB) wegen des Länderspiels gegen Aserbaidschan einen Empfang, und in der ehrwürdigen Ratsstube ehrte Oberbürgermeister Stephan Weil drei Bürger mit Verdienstkreuzen für ihr Engagement.
Etliche Passanten beobachteten die Protestaktion. Inge Fritz aus Linden, die gerade ihre Briefwahl im Rathaus erledigte, sprach den Tierschützern ihre Sympathie aus: „Eine legitime Aktion, ich finde Tierversuche auch nicht gut“, sagte sie. „Und die Jugendlichen haben schließlich nichts kaputtgemacht.“ Die Stadtverwaltung erteilte zunächst Hausverbot. Als das Gebäude trotzdem nicht verlassen wurde, rief einer der Pförtner die Polizei. Die Beamten versuchten zunächst, mit uns zu reden, erteilten anschließend Platzverweise. Dann räumte die Polizei die Freitreppe, trug jeden einzeln vor das Rathaus und nahm uns alle zur erkennungsdienstlichen Behandlung mit. Die Stadtverwaltung erstattete Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs.

2. Aktionstag – „Das läuft hier nicht ganz so, wie wir das wollen“, sagte der Polizist in sein Funkgerät!

Spektakel in der City: Mit dramatischem Schauspiel protestierten wir am Montag in Hannovers Innenstadt gegen das geplante Boehringer-Tierversuchslabor. In weißen Kittel, mit Mundschutz und riesigen Spritzen scheuchten Ärzte Kühe und Schweine zusammen. Die Tiere muhten, grunzten und quiekten, ehe sie schließlich winselnd zusammenbrachen.

Daraufhin rückte mehr als ein Dutzend Polizisten an. „Wer ist hier Versammlungsleiter?“, wollte ein Beamter wissen. Dies beeindruckte uns wenig, und somit reagierten wir nicht und zogen weiter. „Das läuft hier nicht ganz so, wie wir das wollen“, sagte der Polizist in sein Funkgerät – wenig später umringten er uns mit mehreren Kollegen_innen. Grund: Die Versammlung war nicht angemeldet. Als Teilnehmer gestoppt und nach ihren Personalien gefragt wurden, ging die Vorstellung weiter: „Tiere haben keine Ausweise“, sagte einer im Schweinekostüm. Sie quiekten und grunzten und legten sich auf die Erde. Anschließend rückten einige Tierschützer ihre Ausweise freiwillig raus, andere wurden durchsucht. Knapp eine Stunde später war die Überprüfung beendet.
„Unser Protest ist noch lange nicht vorbei“, kündigte Lara (24) an. „Die sind doch friedlich“, kommentierte eine Passantin den Polizeieinsatz. „Muss man denn alles anmelden in diesem Staat?“

1. Aktionstag: Informationen für Fahrgäste der Üstra

Einen schönen guten Tag,
langsam aber sicher ist unsere Aktionswoche gegen das geplante Tierversuchslabor des Pharmakonzerns Boehringer-Ingelheim, die TiHo Hannover und die Stadt Hannover angelaufen.

Am Sonntag, dem ersten Tag unserer Aktionswoche wurden allgemeine organisatorische Vorbereitungen getroffen, die verschiedenen Aktionen während der nächsten Tage wurden besprochen und vor allem wurden schon sehr kreativ div. Transpi´s & Schilder gebastellt & gestalltet. Am Abend gab es dann in vielen „wichtigen“ Stadtbahnlinien der Üstra quer durch die gesamte Stadt „Aufklärungs/- Informationsfahrten“ bei denen ein großes Transparent mit der Aufschrift : „Boehringer jetzt stoppen!“ in den Stadtbahnen aufgehängt wurde, während die Fahrgäste mit Flyern & einem Redebeitrag zum aktuellen Stand der Dinge informiert wurden. Diese „Informationsfahrten“ waren ein voller Erfolg, wurden durchweg sehr positiv aufgefasst (bis auf den U-Bahn Fahrer der Linie 5 am Steintor), und waren sicherlich nicht die letzten in dieser Woche…

Dank an:
Üstra Hannoversche Verkehrsbetrieb AG

P.S.: Bilder und ein Video zur Aktion „Üstra“ gibts die Tage bei YouTube…

Beginn unserer Aktionswoche

Aktuelle Informationen zum Boehringer Bauvorhaben

Wir haben in der letzten Woche eine sehr informative Email erhalten, für die wir uns bedanken, und aus der wir hier einige Zeilen veröffentlichen möchten :

“ …Es ist bisher noch kein Gutachten zur biologischen Sicherheit eingeholt worden. Was Ihr so meint ist lediglich der „Bericht über die Evaluierung der Biologischen Sicherheit des BIVRC, Hannover vom 05.08.2009 der Firma „tecrisk“ Ltd.
Ltd.-Firmen können nicht haftbar gemacht werden, weder finanziell noch – wie hier, für den Inhalt des Berichtes. Diese Firma gehört dem schweizer Konstrukteur der Anlage: P. Mani, der zugleich auch selbst Geschäftsführer ist- sehr praktisch. Diese Firma besteht aus selbsternannten „Experten“. Der Auftrag kam allein von Boehringer – nicht von der Stadt.
Den ahnungslosen Ratsmitgliedern und der HAZ wurde dieser Bericht als „Gutachen“ verkauft. Es ist nicht einmal eine Stellungnahme-, die würde eine Aufforderung voraussetzen; – daher auch die Bezeichnung „Bericht“. Die Stadt Hannover hat werder eine wissenschaftliche Stellungnahme, noch ein Gutachten angefordert; die Initiative kam von der Fa. Boehringer.

Die Begriffe „Gutachter“ und „Gutachten“ sind nicht geschützt ein jeder kann sich Gutachter nennen und Gutachten abgeben.

Der Bericht enthält lediglich imposante Begriffe und keine Angaben zu den Umweltrisiken, sondern nur betriebstechnische Belange, die das Gewerbeaufsichtsamt und die Mitarbeiter betreffen. Für die Ausfertigung des längst fälligen Sicherheitsgutachtens sind allein die staatlichen Stellen zuständig ( gesetzliche Regelung )… Das würde aber negativ ausfallen, deswegen wird es auch nicht von der Stadt in Auftrag gegeben, obwohl sie dafür nicht zahlen müßte; das Gutachten muß vom Betreiber ( BIVRC) vorgelegt und bezahlt werden.“

Tierimpfstoffzentrum – Boehringer forscht auch an Rindern!


Trotz anhaltender Proteste treibt der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim die Planung für sein Impfstoffzentrum in Hannover voran. Bei einer nicht öffentlichen Informationsveranstalltung für Ratsmitglieder von Boehringer-Ingelheim im Rathaus gestern Abend, sagte Projektleiter Friedhelm Nöker:

„Es wird nicht nur an Schweinen geforscht, sondern bei Bedarf auch an Rindern. Die Anlage ist so geplant, dass das möglich ist“.

Zudem stellte der Konzern auch ein Gutachten der Firma tecrisk aus der Schweiz vor, das dem Forschungszentrum größtmöglichste Sicherheit bescheinigt. Untersucht worden seien die Themen Geruch, Schall und biologische Sicherheit. Auch gentechnische Arbeiten könnten sicher vorgenommen werden. Im tecrisk-Gutachten heißt es, dass das Gebäude „dem heutigen Stand der Technik und den gesetzlichen Bestimmungen mit Erregern der Sicherheitsstufe S3 in vollem Umfang entspricht und teilweise darüber hinausgeht“. Auch bei Bränden oder technischen Fehlfunktionen könnten keine Erreger austreten. Die Stadt hatte die Präsentation wegen der Vorfälle auf dem Boehringer-Gelände von einem etwa 30-köpfigen Polizeiaufgebot schützen lassen. Die Sitzung verlief laut Polizeiangaben jedoch absolut „störungsfrei“. Hier einige Leser-Kommentar zum HAZ Artikel, die das ganze eig. gut zusammenfassen!

Demokratie … das klappt wohl nie. – 25.08.09
Da wird wieder mal klar, wo in der Politik die Schwerpunkte liegen.

Gegen das Projekt gibt es massiven Widerstand, also werden die Kritiker einfach ausgeschlossen.

In vielen Kommentaren zum Thema Boehringer schreien die Leute nach Demokratie, wenn es um die bösen bösen Besetzer geht. Demokratie sei ganz wichtig und Meinungsfreiheit ja sowieso.

Wo ist sie jetzt, eure tolle Demokratie und Meinungsfreiheit?

Hier geht es einzig um Prestige für beteiligte Politiker und vor allem um eines: Geld, Geld, Geld.
Das lässt man sich nicht gerne kaputt machen, vor allem nicht von den lästigen Bürgern.

Schnauze halten und fressen was man vorgesetzt bekommt lautet die Parole! Wer sich weigert, bekommt eine Ohrfeige. Wer hat das Gutachten eigentlich bezahlt? Dessen Wunschergebnis wurde selbstverständlich festgestellt.

Übrigens setzt Demokratie gebildete und informierte Bürger voraus, was dem Ausschluss aller Nicht-Politiker von der Informationsveranstaltung widerspricht. Sollte etwas geheim gehalten werden, oder will man den Bürger generell dumm halten?

Alles Schall und Rauch
Das mag ja ein netter taktischer Zug sein von Boehringer Ingelheim, leider sind diese Versprechen nicht mehr als Schall und Rauch.
Dass solche Aussagen vom Betreiber veröffentlicht werden ist schon klar, genauso klar ist aber die Nichtigkeit der Aussage.
Sollte es jemals einen Zwischenfall dort geben kann sich für diese Aussage niemand etwas ‚kaufen‘.
Ich erinnere nur an sehr schlimme andere Fälle wie Tschernobyl, Asse, Seveso. Dort hat es auch solche Zusagen von den Betreibern gegeben. Wem von den Betroffenen Anwohnern hat das geholfen? Niemandem.
Wir überlegen uns ob wir wieder aus Kirchrode wegziehen. So hatten wir uns das hier nicht vorgestellt.

SEK räumt Wiederbesetzung des Boehringer-Geländes


Nach erneuter Besetzung des Boehringer-Baugeländes haben Polizei und das Spezialeinsatzkommando (SEK) am Sonnabendmittag das Boehringer-Gelände erneut geräumt. 15 Besetzer_innen gelang es in der Nacht und am frühen Morgen unbemerkt, trotz der Anwesenheit des Wach & Sicherheitsdienstes, das Gelände zu betreten, und auf Bäume und Dächer des Geländes zu klettern.

Nähere Informationen zur Wiederbesetzung und zur 2. Räumung gibts in kürze hier!

1000 Polizeibeamte – Scharfe Kritik an Boehringer-Einsatz

Nach der Räumung des Boehringer-Geländes durch die Polizei werden mehr und mehr Zweifel an der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes laut. Nach Medien-Informationen waren an dem Einsatz nicht wie bisher bekannt 500, sondern mehr als 1000 Kräfte beteiligt. Darunter sollen allein zwei Hundertschaften aus Hannover, fünf aus dem restlichen Niedersachsen und rund 100 Beamte der Bundespolizei gewesen sein, außerdem unter anderem zahlreiche Ermittler der Kriminalpolizei. „Es ist schon ein wenig erstaunlich, dass man für so einen Einsatz derart viele Einsatzkräfte braucht“, sagt Matthias Karsch, Vorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Hannover. Der Bund der Steuerzahler meldet ebenfalls Kritik an: „Man muss bei allem Sicherheitsbedürfnis auf die Wirtschaftlichkeit und Verhältnismäßigkeit achten“, sagt Landeschef Bernhard Zentgraf. „In diesem Fall muss man Zweifel haben, dass das hier passiert ist.“ Die Grünen im Landtag wollen ihrerseits per Kleiner Anfrage von der Landesregierung Aufklärung darüber bekommen, ob die Dimension des Einsatzes angemessen war. „Wir werden Aufwand und Zweck infrage stellen müssen“, sagt der hannoversche Abgeordnete Enno Hagenah. „Beides scheint aus dem Gleichgewicht geraten zu sein.“ Im Innenministerium ist die Rede davon, der Einsatz sei „ziemlich ausführlich vorbereitet“ worden. Das, sagt Sprecher Klaus Engemann, sei den vielen Unwägbarkeiten geschuldet. So sei das Gerücht umgegangen, dass die 33 Besetzer per Handy sehr rasch mehrere Hundert weitere Aktivisten mobilisieren könnten. Zudem habe die Befürchtung bestanden, Sympathisanten der Tierschützer könnten im Nachgang der Aktion Probleme machen. Bernhard Witthaut, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), weist ebenfalls darauf hin, dass die Einsatzleitung „sämtliche Eventualitäten“ einkalkulieren müsse. Unter den Beamten der Polizeidirektion Hannover wird der Einsatz von rund 1000 Polizisten dem Vernehmen nach lebhaft diskutiert. Einsatzleiter Helmut Marhauer hatte den Umfang am Mittwoch mit der Größe des Geländes und der Ungewissheit in Bezug auf möglichen Widerstand begründet. „Man kann immer alles fürchten“, sagt BdK-Chef Karsch. „Aber wir haben in der Vergangenheit auch Einsätze wie diesen mit weit weniger Kräften bewältigt.“

(Artikel der HAZ Online)