Boehringer eröffnet Labor.

Mit einer vor Widerwertigkeit strotzenden Feierlichkeit eröffnete der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim sein Tierversuchslabor in Hannover Kirchrode.
Die 700 sorgsam ausgewählten Gäste, die zu dieser Farce eingeladen waren, wurden sowohl mit Marzipanschweinen zum Dessert, als auch mit in Reagenzgläsern abgefüllte rote Flüssigkeit empfangen. Dies zeigt sehr deutlich, dass es Boehringer nicht nur völlig egal ist was jedes einzelne Schwein in dessen Gefangenschaft denkt und fühlt, sondern auch, dass diese Verantwortlichen sich auch noch einen Spaß aus dem Leid das sie verursachen werden, machen.

http://www.hannover.de/var/storage/images/media/01-data-neu/bilder/redaktion-hannover.de/portale/wirtschaft/forschungszentrum/8050249-1-ger-DE/Forschungszentrum_alias_400x300px.jpg

Desweiteren führte Boehringers Propagandaveranstaltung auch ins Innere der neuen
Versuchsanlage. Dort wurden der Presse die neuen aufstrebenden Mitarbeiter_innen (um den altbekannten „Wir schaffen Arbeitsplätze- Slogan“ abzuhaken),
lächerlich realitätsferne Darstellungen mit Tierimitaten aus Plastik und die natürlich besten Sicherheitsvorkehrungen vorgehalten.
Letzteres überzeugte nun auch die „Bürgerinitiative gegen Massentierversuche in Wohngebieten“ (die nicht zu Boehringers Festakt eingeladen wurden).
Deren Sprecher Klaus Neudahm erklärte in einem Interview zur Eröffnung des Tierquallabors folgendes: „Es ist sicherlich nicht das Ziel was wir letztendlich im Auge hatten. Haben uns damit aber arrangieren können, nachdem unsere Gutachter uns klar gemacht haben, dass die Forschungsserie die jetzt hier am Anfang geplant wurde, tatsächlich für den Menschen völlig ungefährlich ist.“
Die Bürgerinitiative ist nun also zufrieden, ihnen geht es gut, sie arrangieren sich mit Boehringer der nun zur Optimierung der Massentierhaltung hinarbeitet.

Regenwaldrodung für den Futtermittelanbau, vergiftete Böden und Gewässer, unzählige Grausamkeiten gegen nichtmenschliche Tiere, Vertreibung indigener Gemeinschaften, und, und, und, dass ist es wofür (Massen-)tierhaltung steht und dazu noch die Abscheulichkeiten in Boehringers Labor selbst…
Damit darf mensch sich einfach nicht arrangieren!


2 Antworten auf „Boehringer eröffnet Labor.“


  1. 1 Klaus Neudahm 15. Dezember 2012 um 3:06 Uhr

    Die Bürgerinitiative gegen Massentierversuche ist nicht zufrieden – nur fehlen ihr bei der vorliegenden Genehmigung – Erforschung von PRRS Viren – die rechtlichen Möglichkeiten dagegen zu klagen.(Die PRRS-Dinger sind, lt. unserem Gutachter Prof. Kekulé, wirklich harmlos)
    Spätestens wenn Boehringer im Frühjahr 2013 Schweine für Challengeversuche einsetzt steht eine neue Auseinandersetzung an.
    Boehringer war gezwungen zur Abwendung einer vorübergehenden Betriebsstilllegung im Rahmen eines Vergleiches eine sechsstellige Summe an die BI zu zahlen. Diese Summe werden wir dann einsetzen um den Schweinestall zu verhindern.

    Klaus Neudahm
    Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen Massentierversuche,

  2. 2 Administrator 17. Dezember 2012 um 14:53 Uhr

    Aber warum geht die Bürgerinitiative solche Kompromisse ein. Fuer 100.000 Euro eine realistische Chance zu vertun, den Genhemigungsbehörden eine herbe Schlappe (noch herber als jetzt schon) und Boehringer eine Betriebsstillegung zuzufügen? Mit diesem Vergleich vorm Verwaltungsgericht haben sie doch Tore und Türen dafür geöffnet, dass beim nächsten mal vielleicht ähnlich mit Klagen umgegangen wird und Boehringer auf eine Bestechlichkeit der Gegener_innen hinarbeitet. Selbst die vorsitzende Richterin hatte damals angedeutet, dass es gut um die Klage stehe. Entweder mensch will Boehringer Ingelheim schaden und dieses Projekt verhindern oder mensch geht Kompromisse mit diesem Unternehmen ein. Und für ein Unternehmen das einen Umsatz von über 13 Milliarden Euro erwirtschaftet, ist so ein Betrag von 100.000 Euro eine Kleinigkeit.

    Dennoch wünsche ich der Bürgerinitiative natürlich viel Glück bei weiteren Auseinandersetzungen.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.