Der inzwischen 7. Prozesstag in der Verhandlung wegen Hausfriedensbruch gegen 5 Besetzer_innen des Boehringergeländes in Hannover ist Geschichte.
7. Prozesstage sind bereits in der Verhandlung gegen die 5. Boehringerbesetzer_innen vergangen und noch immer sind nicht alle der 11 geladenen Zeug_innen verhört worden. Die Verhandlung begann wie immer um 8.00 Uhr, Einlass für Zuschauer_innen und Angeklagte war bereits um 7.45 Uhr, mit den üblichen Einlasskontrollen, bei denen jede_r Prozessteilnehmer_in bis auf die Socken nach störenden Gegenständen durchforstet wurde. Obwohl noch nicht alle Zuschauer_innen im Saal waren, begann Richter Süßenbach seine Verhandlung fast pünktlich. Er gestattete auch dieses Mal, großzügig wie er ist, den Angeklagten zu Beginn der Verhandlung Anträge zu stellen, die er entweder ablehnte oder zurückstellte. Zwischendurch ermahnte er immer wieder die Zuschauer_innen die Beifallsbekundungen für die Angeklagten zu unterlassen und die Füße von den Bänken zu nehmen. Nach kurzer Zeit war seine Großzügigkeit jedoch aufgebraucht, er entzog den Angeklagten das Rede- und Antragsrecht und führte die Verhandlung nach dem Schema, wie es im großen Handbuch für Richter steht (Die Angeklagten haben still zu sein und den Richter gewähren zu lassen), fort. Es wurde der erste von insgesamt vier für diesen Verhandlungstag geladenen Polizeizeug_innen aufgerufen.
Wie schon die anderen Zeug_innen an den vorhergegangenen Prozesstage bewiesen auch diesmal die Zeug_innen ein hervorragendes Erinnerungsvermögen und konnten mehrere Angeklagte eindeutig identifizieren. Trotz dieses scheinbar unglaublichen Gedächtnis waren die Zeug_innen im Gegenteil zu ihren Vorgänger_innen nicht in der Lage den „Tatort“ detailliert zu beschrieben und zu skizzieren. Nach der Zeugenbefragung gestand Richter Süßenbach gnädigerweise den Angeklagten wieder das Antragsrecht zu und so konnten am Ende der Verhandlung noch einige Rügen und Befangenheitsanträge, die das Verhalten der Justizhörigen an diesem Tag kritisierten, gestellt werden. Die meisten dieser Anträge wurden mit einer niederschmetternden Rede der Staatsanwältin, die an diesem Tag einen ganzen Fanclub im Publikum sitzen hatte, abgelehnt. Gegen Ende der Verhandlung erklärte Richter Süßenbach zur Überraschung aller das weitere Zeug_innen geladen werden würden!
Es wird also weitergehen mit Hannover spektakulärstem Prozess.
Willst auch du einmal live dabei sein, komm einfach vorbei. Es sind immer freie Plätze vorhanden!
Der nächste Termin ist Mittwoch, der 23. Juni ab 8 Uhr. Einlass ist bereits um 7.45 Uhr. Danach gibt es eine kurze „Sommerpause“, aber am 12. Juli öffnet der Saal 001 des Landgerichts Hannover wieder seine Tore für die 9. Folge der Verhandlungsreihe „Hausfriedensbruch“!
Kommt vorbei, seid kreativ und seid störend,
denn GERICHTE SIND ZUM ESSEN DA!!!
0 Antworten auf „Ein weiterer Verhandlungstag in Hannover“