Der erste Prozesstag der fünf Boehringer BesetzerInnen verlief zu deren vollster Zufriedenheit.

„Statt eines normalen Prozesses, in dem die Beschuldigten kaum zu Wort kommen, wurde unser heutiges Hauptziel erreicht: Wir haben unsere prozessualen Rechte in Form von Antrags- und Rederecht durchgesetzt.“, so eine der Beschuldigten.
Hierdurch wirkten die Beschuldigten einer Entpolitisierung entgegen, es wurde nicht über Hausrecht geredet, sondern über politische Inhalte, wie Strafjustiz, Tierversuche und die Zulassung von Öffentlichkeit im Gerichtssaal. Es kam nicht einmal so weit, dass die Anklageschrift verlesen wurde.
Unterstützung erhielten die Beschuldigten durch das rege Interesse der Öffentlichkeit. Etwa 50 Personen wollten heute früh an dem Prozess teilnehmen, doch auf Grund des zu kleinen Saals und massiver Vorkontrollen aller Personen blieb dies vielen verwehrt. Die Kontrollen beinhalteten das Abtasten und Durchsuchen von allen UnterstützerInnen und Beschuldigten, wobei auch im Genitalbereich und am Hosenbund von JustizwachtmeisterInnen getastet wurde.
Die einzige Pause von 30 Minuten wollten die Beschuldigten nutzen, um neue Anträge zu formulieren. Doch alle ProzessteilnehmerInnen wurden unsanft aus dem Gerichtsgebäude getrieben, so dass sich die Beschuldigten auf dem kalten Asphalt von dem Gericht für den weiteren Prozess vorbereiten mussten.
Sowohl vor und nach der Pause wurde jeweils eine Person des Gerichtssaals verwiesen. Während diesen Maßnahmen und auch bei den Einlasskontrollen kam es durch die JustizwachtmeisterInnen wiederholt zu tätlichen Übergriffen auf Prozessbeobachter und Beschuldigte. So wurden Personen gegen Wände geschubst, gewürgt und ins Gesicht geschlagen.
Im Zuge dieser Übergriffe kam es zu zwei Festnahmen und mehrern Platzverweisen.
Dem zweiten Prozesstag am 20.5. sehen die Beschuldigten und UnterstützerInnen mit Freude und Spannung entgegen…