Hannover: Der Stadtrat stimmte mit großer Mehrheit für die Ansiedlung des Boehringer-Forschungszentrums.


Entscheidung am gestrigen Donnerstag: Der Stadtrat stimmte mit großer Mehrheit für die Ansiedlung des Boehringer-Forschungszentrums.

Die Stadtverwaltung hatte, dem massiven Polizeiaufgebot vor dem Rathaus nach, mit Störern gerechnet – doch der lautstarke Protest von Gegnern des Boehringer-Projekts ist ausgeblieben. Nur ein paar der ehemaligen Besetzer waren zum Trammplatz gekommen.

„Wir haben viele Ideen und werden bestimmt auch einige davon umsetzen, aber nicht heute“, sagte ein junger Mann, der sich den Künstlernamen MS Huhn gegeben hat .Auch von der Tribüne des Ratssaals, auf der rund 60 Mitglieder der Bürgerinitiative Platz genommen hatten, kamen nur wenige Zwischenrufe. Zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeister Bernd Strauch die Anwesenden an die Geschäftsordnung erinnert, die Beifalls- und Missfallensbekundungen durch die Zuhörer nicht erlaubt. Über die Einhaltung dieser Bestimmung wachten Klaus Eichstaedt, der Leiter des Hausmeisterdienstes im Rathaus, und seine Kollegen.

Mehrfach mussten sie Mitglieder der Bürgerinitiative ermahnen. Vor allem der Redebeitrag der Grünen-Ratsfrau Regine Kramarek rief großen Unmut bei den Zuhören hervor. „Unglaublich“, rief eine Frau in den Saal hinab, als die Politikerin anmerkte, man könne ja auch nicht alle Schlachtereien in der Stadt schließen. Während der Abstimmung im Saal hielten die Mitglieder der Bürgerinitiative aus Protest Zettel mit ihrem Logo in die Höhe. „Die ganze Sache ist verlogen bis zum Geht-nicht- mehr“, sagte eine Zuhörerin. Zwei junge Männer brüllten außerdem Anti-Boehringer-Parolen von der Tribüne und erhielten deshalb ein Hausverbot.

„Sie machen das Richtige für die Stadt“, hatte Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) noch kurz vor der Abstimmung gesagt. Und so blieb es dabei, dass allein die beiden linken Gruppen und WfH-Ratsherr Jens Böning gegen Boehringer stimmten. In Angelegenheiten der Sicherheit vertraut der Rat auf das Gewerbeaufsichtsamt, das sich wohl in den nächsten Monaten damit befasst, Pläne für das Forschungszentrum zu überprüfen. „Wir können zustimmen, weil die Anlage immer auf dem neuesten Stand der Technik sein muss“, sagte für die CDU der Fraktionsvorsitzende Rainer Lensing. „Vertiefte Abwägungsprozesse“, wie es SPD-Fraktionschefin Christine Kastning formulierte, fielen bei der großen Mehrheit zugunsten des Konzerns aus. „Die Ansiedlung ist eine Investition in die Zukunft der Stadt“, sagte die Sozialdemokratin, sie bringe qualifizierte Arbeitsplätze, ermögliche notwendige Kooperationen mit der Tierärztlichen Hochschule und nütze dem Ziel, „Hannover als moderne und attraktive Großstadt zu profilieren“. Kastnings Rede gab den Tenor an, in Nuancen wiederholten Redner anderer Fraktionen diese Argumente. Wilfried Engelke (FDP) und Michael Dette (Grüne) ergänzten, erfolgreich entwickelte Medikamente nützten schließlich auch Tieren.
Insgesamt sprach die Polizei von einem ruhigen Einsatz. „Es gab keine besonderen Vorkommnisse“, teilte eine Sprecherin am Ende mit.

(Auszüge von Haz.de)


12 Antworten auf „Hannover: Der Stadtrat stimmte mit großer Mehrheit für die Ansiedlung des Boehringer-Forschungszentrums.“


  1. 1 mira 18. September 2009 um 20:11 Uhr

    Gerade die Grünen sollten ethnischer denken und handeln als die restlichen Politiker, aber nein wie man auf das Bild sehen kann streckt sich der Michael D. (2. v. links, vorne) um bloß nicht überseht zu werden, bei der Zustiemung des Versuchslabors!
    Man kann sich nur schämen, mit solchen Leuten zutun zu haben!

  2. 2 namenlos 20. September 2009 um 10:13 Uhr

    wieso werden besimmte kommentare hier nicht veröffentlich?

  3. 3 DER SACHSE 20. September 2009 um 10:43 Uhr

    „Wer braucht auf die Fresse jetzt mal die Hand heben“…….Das interpretiere ich aus dem Bild :)

  4. 4 namenlos 20. September 2009 um 11:57 Uhr

    ich find das statmant von den grünen zum kotzen ehrlich gesagt, auf ihrer homepage

  5. 5 Wortbahnhof 20. September 2009 um 20:42 Uhr

    Ich finde es so traurig und erbärmlich.
    Ein weiterer Grund nicht grün zu wählen, wenn man derartg handelnde Menschen wählt.
    Für mich stellt die Stellungname der Grünen eine Auflistung von Gründen gegen das Zentrum dar, aber man macht es ja für den Forschungsstandort und weil Tierversuche hier ja unumgänglich sind.
    Bla bla…

  6. 6 Johnny Coco 22. September 2009 um 23:41 Uhr

    Die Abstimmung ist eine Anleitung zum Ausfüllen des Wahlzettels am Sonntag. Besser als jeder Wal-O-Mat!
    War eine Partei gegen das Zentrum? Diese darf gewählt werden. Gefällt einem diese Partei aus anderen Gründen nicht, so ist eine nicht im Stadtrat vertretene Splitterpartei zu wählen.
    Wählen war noch nie so einfach…

  7. 7 namenlos 23. September 2009 um 14:16 Uhr

    was sagt eigendlich die links partei dazu?

  8. 8 B.setzer 23. September 2009 um 14:27 Uhr

    Die Linkspartei stimmte GEGEN das Tierversuchslabor!

  9. 9 namenlos 23. September 2009 um 14:36 Uhr

    ah dann weiß ich ja was ich nun wähle ^^ die grünen sind für mich gestorben!

  10. 10 Mira Riediger 23. September 2009 um 23:27 Uhr

    Fakt ist es, dass die Massentierhaltung von Rindern und Schweinen subventionierte Klimakiller Nr. 1 ist.
    Es wird Tausenden Quadratkilometer Regenwald abgeholzt um den Verbraucher mit Fleisch zu versorgen.
    Jährlich werden 600 Millionen Tonnen Getreide angebaut die an Schlachttieren zu verfüttern.
    Würde man dieses Getreide nicht für die Fleischgewinnung, sondern als Lebensmittel nutzen, könnten damit zehnmal so viele Menschen ernährt werden.
    Um 1 Kg Fleisch zu erzeugen, verbrauch man 15.000 bis 20.000 Liter Wasser.
    Für 1 Kilo Camembert verschluckt bei der Produktion 5000 Liter, und ein Kilogramm Gemüse braucht zum Wachsen und Gedeihen rund 1000 Liter Wasser.
    Von Grundwasser Verschmutzung durch Gülle, Luft Verpestung durch Methan… sprechen wir hier gar nicht.
    Und die GRÜNEN & Stadt Hannover unterstützen und fördern das alles.
    Na dann, prost Mahlzeit!

  1. 1 Hannover - Blog - 18 Sep 2009 Pingback am 24. September 2009 um 10:43 Uhr
  2. 2 Bin ich froh nicht grün gewählt zu haben « Bennis Welt Pingback am 11. Oktober 2009 um 21:33 Uhr
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