Hannover – Rat stimmt HEUTE für den Bau des Tierversuchslabors

Nach über zwei Jahren heftiger Debatten, allem Widerstandes entgegen und trotz der anhaltenden Proteste tausender von Bürger_Innen stimmt der Rat heute für den Bau des Tierversuchslabors in Kirchrode.

Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) dazu: „ Meine Absicht dabei ist Hannover als Standort für Forschung und Lehre zu profilieren.“

Tatsächlich mag man sich nur ungern vorstellen, wie es hinter den Mauern des 93 Meter langen Versuchsstalles zugehen wird. Hier halten Forscher bis zu 1000 Tiere unterirdisch, ohne jegliches Tageslicht und infizieren sie mit Erregern. Die Tiere bekommen Magen-Darm-Erkrankungen und Atemwegsentzündungen, Sauen erleiden Fehlgeburten. Die Kadaver werden in ätzender Lauge aufgelöst. Boehringer-Manager sprachen kühl von notwendigen Experimenten, um Impfstoffe zu entwickeln, die Antibiotika in landwirtschaftlichen Betrieben ersetzen sollen. Geforscht wird nach allen Regeln des Gentechnikgesetzes, das doppelte Sicherheitssysteme, Filter und Unterdruck verlangt, Freilandhaltung soll es nicht geben, daher auch keine Gerüche. Mal hieß es, die eingesetzten Erreger stellten keine Gefahr für Menschen dar, später formulierte Boehringer, die Wissenschaftler würden „fast ausschließlich Erreger bearbeiten, die den Menschen nicht betreffen“.

(Auszüge von HAZ.de)


2 Antworten auf „Hannover – Rat stimmt HEUTE für den Bau des Tierversuchslabors“


  1. 1 B.setzer 17. September 2009 um 5:30 Uhr

    Tierversuche sind nicht notwendig! Impfstoffforschung der Zukunft!

    Schweineimpfstoffe müsse man nun mal an Schweinen ausprobieren, heißt es zur Rechtfertigung der geplanten Tierversuche. Die komplexe, körpereigene Abwehr könne nicht künstlich dargestellt werden, heißt es. Doch, man kann. Amerikanischen Wissenschaftlern ist es unlängst gelungen, ein Immunsystem im Reagenzglas nachzuahmen. Das von der Firma VaxDesign aus Orlando, Florida, entwickelte System basiert auf Humanzellen und kommt nicht nur vollständig ohne die Verwendung von Tieren aus, sondern ist auch noch schneller und preisgünstiger als die herkömmlichen Tierversuche. Zudem ist es flexibel und ausbaufähig. Es ist zwar für die Entwicklung und Prüfung von Human-Impfstoffen ausgelegt, könnte aber auch für andere Tierarten aufbereitet werden.

    Forschung in Hannover auf höchstem Niveau? Von wegen! Innovativ und fortschrittlich ist, wenn man’s ohne Tierversuche macht!

    Quelle: http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/

  2. 2 Mira Riediger 19. September 2009 um 11:45 Uhr

    Die Schweinegrippe und die Massentierhaltung
    Veröffentlicht am 3. Sep 2009 – Albert Schweitzer Stiftung
    Bislang haben sich deutsche Wissenschaftler kaum getraut, die Schweinegrippe mit der Massentierhaltung in Verbindung zu bringen. Zu mächtig ist die deutsche Agrarlobby, der auch Verflechtungen mit verschiedenen Universitäten vorgeworfen werden.
    Umso erfreulicher ist es, dass sich jetzt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) offensiv zum Thema positioniert hat. Prof. Dr. Thomas Löscher, BDI-Experte und Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, sagte gegenüber Focus, dass die Häufigkeit von Influenza-Infektionen mit der Dichte von Schweinen in der Massentierhaltung erheblich zunimmt.
    Weiterhin sagt Prof. Löscher: »Von Schweinen weiß man, dass sie sowohl anfällig für Influenza-Viren bei Vögeln als auch für menschliche Virustypen sind.« Der enge Kontakt zu Menschen und teilweise auch Hühnern sei daher sehr gefährlich. Und weiterhin sagt er: »Eine artgerechtere Haltung in kleineren Populationen würde die Gefahr der Entstehung und Ausbreitung neuer gefährlicher Influenza-Virus-Typen vermutlich deutlich verringern.«
    Dr. Michael Greger, der bei unserer befreundeten US-Tierschutzorganisation HSUS den Bereich »Gesundheitswesen und Massentierhaltung« leitet, hat uns exklusiv seine neue DVD zum Thema zukommen lassen. Dr. Greger identifiziert zehn Faktoren, die die Entstehung gefährlicher Krankheiten in der Massentierhaltung begünstigen:
    1. Die bloße Anzahl der Tiere: Dadurch, dass mehrere tausend Tiere in einem Stall gehalten werden, haben neue Viren viele Möglichkeiten, sich zu vermehren und auszubreiten. Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich Schweine in großen Ställen (über 5.000 Tiere) bis zu neun Mal öfter mit Schweinegrippeviren anstecken als Schweine in kleineren Ställen (weniger als 1.000 Tiere).¹
    2. Die Dichte der Tiere und Tierarten: Dadurch, dass die Abstände der Schweine- und Hühnerställe immer geringer werden, wird die Übertragung von Krankheiten erleichtert. Wissenschaftler sprechen höflich davon, dass es »unvernünftig« ist, Ställe so dicht beieinander zu positionieren.²
    3. Die drangvolle Enge: Dadurch, dass so viele Tiere auf engstem Raum gehalten werden, können sich Schweinegrippeviren sehr schnell per Tröpfcheninfektion verbreiten.³
    4. Stress: Je weniger Platz die Tiere haben, desto höher ihre Stresslevel. Auch Abferkelgitter, die es Muttersauen noch nicht einmal ermöglichen, sich um die eigene Achse zu drehen, geschweige denn ihre natürlichen Triebe wie den Nestbau auszuleben, erhöhen den Stress. Säue, die nicht die Möglichkeit haben, Nester zu bauen, haben im Vergleich zu Säuen mit Stroh und Platz zum Nestbau ein 2,5-fach erhöhtes Risiko, sich mit verschiedenen Formen der Schweinegrippe zu infizieren.⁴
    5. Zu wenig frische Luft: Schweine in der Massentierhaltung leben in und über ihrem eigenen Kot. Wenn dieser sich zersetzt, wird Ammonium frei. Dieses Gas greift die Atemwege an und macht die Tiere empfänglich für Krankheiten.⁵
    6. Kein oder kaum Sonnenlicht: »Moderne« Schweine sehen während ihres kurzen Lebens nie oder fast nie die Sonne. Das ist ein Problem, denn UV-Strahlen zerstören Grippeviren. Im Sonnenlicht halten sich z.B. Vogelgrippeviren nur 30 Minuten. Im Schatten halten sich Viren dagegen mehrere Tage, in Gülle sogar mehrere Wochen.⁶
    7. Die Mengen an Gülle: Viren können sich verbreiten, wenn Gülle auf Felder gesprüht wird.⁷ Außerdem können die Lüftungsanlagen in Massentierhaltungsställen Grippeviren über mehrere Kilometer hinweg in die Landschaft blasen.
    8. Krankheitsüberträger: Die Güllemengen ziehen Fliegen an, die Viren über mehrere Kilometer verbreiten können (z.B. in den nächsten Massentierhaltungs-Stall).⁸ Das zeigt, dass Begriffe wie »Biosicherheit« in Verbindung mit der Massentierhaltung mit Vorsicht zu genießen sind. Mitarbeiter können ihre Gummistiefel noch so gründlich desinfizieren: Systeme, in die keine Fliegen eindringen können, sind uns nicht bekannt.
    9. Impfungen: Die gängigen Impfstoffe, die Schweinen verabreicht werden, sorgen oft nur dafür, dass die Symptome von Erkrankungen milder verlaufen. Außerdem werden einige Impfstoffe verdächtigt, Mutationen in den Viren zu begünstigen, was wiederum die Gefahr für den Menschen erhöht.⁹
    10. Tiertransporte: Nimmt man einige der obigen Faktoren zusammen, so wird schnell klar, dass Tiertransporte die Verbreitung von Viren massiv beschleunigen können (z.B. über Fliegen, die einen Teil der Strecke bei den Schweinen bleiben).
    Man kann also nur staunen, dass die Massentierhaltung in der heutigen Form noch immer erlaubt ist. Jetzt, wo sich die wahren Kosten von billigem Fleisch offenbaren, ist die Politik gefragt, zu handeln und das aktuelle System der Fleischproduktion schnell zu beenden. Stattdessen stellt sich die Regierung auf die Seite der Agrarlobby, benennt die Schweinegrippe kurzerhand, gibt Unsummen für wenig erprobte Impfstoffe aus und erklärt, dass der Konsum von Schweinefleisch unbedenklich ist. Insbesondere letzteres ist extrem kurzfristig gedacht. Langfristiges Denken ist leider bislang Fehlanzeige.
    Wenn Agrarindustrie und Politik versagen, ist der Konsument gefragt: Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt bittet Verbraucher, den Fleischkonsum generell, oder zumindest die Mengen und die durch die Kaufentscheidungen unterstützten Haltungsformen, zu überdenken.

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